Weingarten – Der Rollout des Jubiläumsfahrzeugs „Stinger26E“ zog zahlreiche Gäste sowie viele ehemalige Teammitglieder an die RWU. Durch den Abend führten die Teammitglieder Lilly Huber und Emilie Wetzel.
Professor Dr. Ralf Stetter, der das Formula-Student-Team seit seiner Gründung im Jahr 2009 als Teamadvisor begleitet, blickte in seiner Ansprache auf die 17-jährige Teamgeschichte zurück. Er spannte den Bogen von den ersten Verbrennerfahrzeugen bis zum heutigen fünften Elektro-Rennwagen und zeigte die technische sowie organisatorische Entwicklung des Teams. Die Formula Student vermittle den Studierenden dabei wichtige Fähigkeiten wie Problemlösekompetenz, Systemdenken und eigenverantwortliches Arbeiten, die ihnen später auch im Berufsleben zugutekommen.
Im Verlauf des Abends dankte das Team den aktiven und ehemaligen Mitgliedern, der Hochschule, den unterstützenden Professor*innen und Mitarbeitenden sowie den Sponsor*innen. Hervorgehoben wurde die Rolls-Royce Solutions GmbH, die das Team ebenfalls seit Beginn an begleitet. Ein besonderer Dank ging, unter großem Applaus, an Melanie Arsene, Verwaltungsangestellte im Technischen Betriebsbüro der RWU und seit vielen Jahren mentale und operative Unterstützerin des Teams. In ihrer Rede fand sie emotionale Worte für das Engagement der Studierenden: „Jeder Rennwagen war von Emotionen und dem unermüdlichen Einsatz des Teams geprägt: Das kann man nicht kaufen. Das hat man, oder man hat es nicht. Ihr habt es.“
Technische Highlights des Stinger26E
Im technischen Teil des Abends stellten die Subteams die Neuerungen des „Stinger26E“ vor. Im Fokus stand eine umfassende Überarbeitung des Hochvoltsystems: Das Packaging und das Anbindungskonzept des Hochvolt-Akkus wurden optimiert, außerdem erhielt das gesamte System der Hochvolt-Komponenten ein neues Gehäusekonzept, das die Bauteile besser schützt und die Wartung erleichtert. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Fahrdynamik und Ergonomie. Das Team entwickelte leichtere Bremssättel, optimierte das Lenkrad und erstmals seit 2018 verfügt das Fahrzeug wieder über einen individuell angepassten Fahrersitz. Ein neuer Heckflügel, verbesserte seitliche Flügelelemente sowie eine überarbeitete Carbon-Oberfläche runden das aerodynamische Konzept des Stinger26E ab.
Teamkultur und persönliche Entwicklung
Obwohl an diesem Abend die Fahrzeugpräsentation im Mittelpunkt stand, betonte der technische Teamleader Moritz Riedel die kontinuierliche Weiterentwicklung des Teams. Regelmäßige Retrospektiven helfen den Studierenden, sich auch in Krisensituationen oder bei Schwierigkeiten wieder zusammenzuraufen und eine konstruktive sowie vertrauensvolle Teamkultur zu stärken. Die Zusammenarbeit zeichne sich durch gute Stimmung, eine starke Lösungsorientierung und die Freude an der gemeinsamen Arbeit aus. Moritz Riedel sprach von der besten Teamatmosphäre, die er während seiner bisherigen Mitgliedschaft erlebt habe.
Saisonrückblick, Fahrzeugpräsentation und Ausklang
Bevor der neue Wagen für die Saison 2026 enthüllt wurde, erhielt das Publikum noch einen videografischen Einblick in die Arbeit des Teams im Fahrzeuglabor zur Fertigstellung des neuen Rennwagens und einen Rückblick zu den Events der vergangenen Saison. Dort konnte das Team einige Erfolge feiern, darunter den zweiten Platz in der Kategorie Acceleration bei der Formula Student Czech Republic sowie den 12. Platz in derselben Kategorie bei der Formula Student Germany am Hockenheimring. Im Anschluss präsentierte das Team den Gästen den neuen Stinger26E, bevor sie den Abend bei einem Büffet und Gesprächen ausklingen ließen.
Viele Alumni nutzten die Gelegenheit, auf ihre Zeit im Team zurückzublicken und Erfahrungen auszutauschen. Die ehemalige Teamleaderin und heutige Fördervereinsmitwirkende Sara Klink betonte die besondere Bedeutung des Zusammenhalts im Team. Sie betonte, dass es bei der Formula Student vor allem darum gehe, gemeinsam durch Höhen und Tiefen zu gehen, „gemeinsam zu lachen und gemeinsam zu weinen.“ Diese geteilten Erfahrungen prägten das Team auch über die Studienzeit hinaus.
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Text: Kathrin Wöhrle