Die Digitalisierung hat die westlichen Demokratien in den vergangenen Jahrzehnten tiefgreifend verändert. Während das Internet und soziale Medien zunächst als Hoffnungsträger für eine offenere und partizipativere Gesellschaft galten, ist die Skepsis gegenüber ihren Wirkungen auf demokratische Prozesse inzwischen stark gewachsen. Mit der breiten gesellschaftlichen Adaption von KI-Anwendungen stehen wir möglicherweise vor einer neue Phase dieser Entwicklung.
In seinem Vortrag beleuchtet der Politikwissenschaftler Thorsten Thiel drei zentrale Bereiche dieses Wandels: die Veränderung der demokratischen Öffentlichkeit, die zunehmende Technisierung staatlicher Entscheidungsprozesse und die Veränderungen von Mechanismen der Partizipation und Repräsentation. Er diskutiert, welche Anpassungen demokratische Systeme unter den Bedingungen von KI benötigen und wie deren wirksame Regulierung aussehen könnte.
Prof. Dr. Thorsten Thiel ist Professor für Demokratieförderung und Digitalpolitik an der Universität Erfurt. In seiner Forschung beschäftigt sich Thorsten Thiel insbesondere mit dem Wandel demokratischer Öffentlichkeit und den Möglichkeiten von politischen Systemen, in diesen regulierend und gestaltend einzugreifen.
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