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Pressemitteilung

Neuer Studiengang an der RWU: Digital Engineering

Studenten im Labor programmieren einen KUKA-Roboterarm.
Im neuen Studiengang Digital Engineering werden die Studierenden viel eigenständig an ihren Projekten im Labor arbeiten.
Bildquelle:
RWU

Weingarten – An der RWU gibt es ab dem Wintersemester einen neuen Bachelor-Studiengang: „Digital Engineering – Smart Products & Manufacturing“ vereint Naturwissenschaft, Technik und Informatik miteinander und zeichnet sich durch einen hohen Praxisanteil aus.

„Es geht um die Digitalisierung der Industrie, von der Entwicklung des Produkts, über Produktion bis hin zu Betrieb“, sagt Studiengangsleiter Professor Dr. Samuel Vogel. „Digital Engineers werden überall dort gebraucht, wo Produkte vernetzt, industrielle Prozesse automatisiert und Daten intelligent genutzt werden.“

Enge Kooperation mit Industriepartner*innen der Region

So stehen unter anderem die Fächer Programmieren und Software-Engineering im Modulplan. Das Ziel ist es, die Studierenden breit aufzustellen und möglichst gut auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Um das zu gewährleisten, wurde Digital Engineering im Kontext industrieller Fragestellungen sowie in enger Kooperation mit Industriepartner*innen der Region entwickelt.

Einer davon ist die Firma ifm in Tettnang. Ifm ist ein weltweit führender Anbieter für Sensortechnik. Geschäftsführer Stefan Hoberg erklärt, dass die Kompetenzen aus dem Digital Engineering im Arbeitsalltag bei ifm sehr gefragt sind. „Ich spreche gerne von einem interdisziplinären Werkzeugkasten. Dieser umfasst verschiedene Dimensionen: Hardware-Entwicklung, Software-Entwicklung, Prozesstechnologie und mechanische Konstruktion. Kolleg*innen können immer dann besonders kreativ werden, wenn sie die komplexen Tool-Chains eigenständig beherrschen, die diese Aspekte vereinen. Wenn sie die Methodik kennen und anwenden können, können sie kreative Ideen entwickeln und ihnen gleichzeitig Substanz verleihen.“

Digital Engineers haben mit ihren Kompetenzen vielseitige Karrierechancen bei Firmen wie ifm. „Typische Profile, die wir in der ifm anbieten und die wunderbar zu Digital Engineers passen, sind zum Beispiel die System Engineers im Entwicklungsbereich. In Richtung Produktion gibt es das Schnittstellenthema Industrial Engineering. Das ist die Brücke zwischen Produktion und Entwicklung. Außerdem arbeiten bei uns Applikations-Ingenieur*innen. Die helfen unseren Kunden bei der Inbetriebnahme des fertigen Produkts“, sagt Hoberg.

Ein wichtiger Aspekt des Studiengangs ist sein hoher Praxisanteil. Die Studierenden werden viel im Team und in Projekten arbeiten. Eine Neuerung stellt dar, dass die Vorlesungen eines Semesters durch ein individuelles Teamprojekt ersetzt werden können. Statt einer klassischen Bachelorarbeit wird es ein Bachelorprojekt geben. Digital Engineering orientiert sich so an der Realität der Arbeitswelt, in der der Fokus ebenfalls auf projektbezogenem Arbeiten liegt. 

Digital Engineering bedeutet Denken in Systemen

Die Studieninhalte wurden zuvor in Teilen in einer eigenen Vorlesung gelehrt. Diese besuchte unter anderem Christopher Repka, der an der RWU in dem Studiengang Physical Engineering eingeschrieben ist. „Im Digital Engineering lernen wir, in Systemen zu denken. Moderne, komplexe Produkte bestehen aus Teilsystemen, und die erfordern zusammenhängendes Denken. Man muss überlegen, wie das Design eines Produkts mit der Theorie und der Wirklichkeit zusammenhängt“, sagt er.

Studiengangsleiter Samuel Vogel sagt, mit Digital Engineering habe die RWU ihr Portfolio erweitert. „Wir versuchen unsere Industriekompetenz mit den immer wichtiger werdenden digitalen Produktionsaspekten zu verbinden, auch um einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der deutschen Industrie zu leisten.“

Text: Caroline Kolb