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Pressemitteilung

„KI verändert, wie wir arbeiten – nicht ob“

Podiumsdiskussion bei den IDW-Impulsen 2026.
In einer Podiumsdiskussion gingen Prof. Dr. Frank Ermark, Marc Bohner, Prof. Dr. Jörg Wendorff und Prof. Jürgen Graef (v.l.n.r.) auf Fragen aus dem Publikum ein und gaben Zukunftsausblicke.
Bildquelle:
Kathrin Wöhrle, RWU

Weingarten – Am Dienstag, den 24. März, hat das Institut für Digitalen Wandel (IDW) an der Hochschule Ravensburg-Weingarten (RWU) zum dritten Mal die Veranstaltung „IDW Impulse“ ausgerichtet. Das Thema in diesem Jahr war Künstliche Intelligenz (KI).

Das IDW hat den Abend in einer Art  „Dreiklang“ gestaltet, so formulierte es der Institutsleiter Professor Dr. Wolfram Höpken. Drei Vortragende beleuchteten die Thematik aus unterschiedlichen Perspektiven.

Professor Jürgen Graef von der Fakultät Elektrotechnik und Informatik machte mit der gesellschaftlichen Perspektive den Anfang und thematisierte den starken Rückgang von verfügbaren Junior-Stellen in vielen Branchen. Durch die Weiterentwicklung von KI in den letzten Jahren würden Unternehmen insbesondere in diesem Bereich einsparen.

Studierende müssen auf Berufe vorbereitet werden, die es noch gar nicht gibt

Er zeigt auf, was das für Berufseinsteiger*innen konkret bedeuten kann. Manche Aufgaben werden in Unternehmen inzwischen vollständig von der KI übernommen, insbesondere solche, die üblicherweise Berufsanfänger*innen ausführen. 

Unter anderem die Tech-Branche ist davon besonders stark betroffen. Aber auch Kundendienstmitarbeiter*innen, Buchhalter*innen und  Wirtschaftsprüfer*innen zählen zu den am stärksten KI-exponierten Berufen. So ist es für junge Menschen aktuell nicht nur grundsätzlich schwieriger in den Beruf einzusteigen, sie können auch häufig nicht mehr die Aufgaben ausführen und die Fähigkeiten erlernen, mit denen sie zu Beginn ihres Studiums noch gerechnet haben. 

Daraus ergeben sich gleichzeitig neue Aufgabenfelder und neue Kompetenzen, die Berufseinsteiger*innen erlernen müssen. Die Aufgabe der Hochschulen sei es wiederum, die Studierenden auf den Einstieg in einen Beruf vorzubereiten, den es noch gar nicht gibt. 

Marc Bohner identifiziert Use Cases für Künstliche Intelligenz bei Rafi in Berg

Marc Bohner von der Firma Rafi beleuchtete das Thema von der Unternehmensseite. Er ist im Unternehmen für den Bereich KI verantwortlich und identifiziert gemeinsam mit seinem Team Fälle, in denen es für die Firma Sinn ergibt, Künstliche Intelligenz anzuwenden.

„KI verändert, wie wir arbeiten – nicht ob“, fasst Marc Bohner die Herangehensweise des Unternehmens in dieser Hinsicht zusammen. Rafi ist ein international führender Hersteller von elektromechanischen Bauelementen und Systemen mit insgesamt acht Standorten und ca. 2.200 Mitarbeiter*innen.

Bohner berichtet, dass KI bei Rafi bisher in Form von eigenen Plattformen, spezialisierten Helfern für konkrete Aufgaben sowie zur Automatisierung von Workflows zum Einsatz kommt. In Zukunft wollen sie die Anwendungsbereiche noch ausweiten. Zu den Herausforderungen zählen die Messbarkeit des Erfolgs von KI-Maßnehmen sowie die Kontrolle, die die Firma dadurch teilweise aufgibt.

KI ist im Sozial- und Gesundheitswesen bereits angekommen

Professor Dr. Jörg Wendorff von der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege berichtete aus der Praxis, dass Künstliche Intelligenz ebenfalls im Sozial- und Gesundheitswesen angekommen sei und gibt einen Überblick darüber, in welchen Bereichen genau.

So könne KI beispielsweise recht zuverlässig Risiken für Erkrankungen im Vorhinein berechnen. In der Chirurgie kommt sie in Form von Roboterassistenten zum Einsatz. In vielen Ländern wird sie zudem genutzt, um Einschätzungen zur Kindeswohlgefährdung zu geben, Muster für Sozialhilfen zu erkennen oder Hochrisikofaktoren zu identifizieren.

Chancen in der Verwendung von KI in diesem Sektor seien unter anderem Effizienzsteigerung, Entlastung und Objektivierung. Herausforderungen sieht er auf der anderen Seite beispielsweise beim Datenschutz und der Datenqualität, die Künstliche Intelligenz liefern kann.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion konnte sich das Publikum mit allen drei Rednern austauschen. „IDW Impulse“ ist eine fakultätsübergreifende Veranstaltung, an der alle Interessierten mit vorheriger Anmeldung teilnehmen können. In Vorträgen und Diskussionen werden einmal im Jahr Updates, Impulse und Zukunftsaussichten zu einem bestimmten Thema gegeben, welches in Zusammenhang mit der Digitalisierung steht.

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Text: Caroline Kolb