Weingarten – Fünf Studierende der Hochschule Ravensburg-Weingarten (RWU) haben am Montag, 1. Juni, die Treppenstufen in der Marienplatzgarage in Ravensburg beklebt. „Heute Treppen, morgen stärker.“ „Jede Stufe zählt.“ „Nimm die Treppe – dein Körper dankt dir!“ Diese Sprüche stehen unter anderem auf den cyanblauen und lilafarbenen Aufklebern. Sie informieren die Lesenden außerdem darüber, dass sie beim Steigen einer einzelnen Treppenstufe elf Kalorien verbrennen.
„Wir möchten die Leute animieren, die Treppe zu nutzen“
Die Aktion ist Teil eines Forschungsprojekts, das die Studierenden der Gesundheitsökonomie in ihrem Projektmanagement-Kurs bei Vertretungsprofessor Lukas Bruns durchführen. „Wir möchten die Leute animieren, die Treppe zu nutzen und ihnen gleichzeitig zeigen, warum das besser für sie ist.“, sagt Studentin Pia Wallemann.
Das Konzept hinter dem Projekt nennt sich „Nudging“. Das Thema hatten die Studierenden in ihrer Marketing-Vorlesung. „Beim Nudging geht es darum, Leute mit kleinen Anstupsern in eine bestimmte Richtung zu lenken, ohne sie zu sehr zu manipulieren“, erklärt Lukas Bruns.
Aus diesem Gedanken heraus sei das „Treppenprojekt“ zufällig entstanden. Mindestens sechs Wochen lang werden die motivierenden Sprüche auf den Treppenstufen des Parkhauses in der Ravensburger Innenstadt stehen bleiben.
Treppen steigen für den Körper und die Umwelt
Neben den gesundheitlichen Vorteilen, die das Treppensteigen mit sich bringt, geht es den Gesundheitsökonomie-Studierenden bei der Aktion auch um den Umwelt-Aspekt. „Aufzüge verbrauchen sehr viel Strom. Wir finden, an dem Punkt kann man einfach mehr Strom sparen“, sagt Kim Schäfer.
Im Vorfeld haben die Studierenden mehrere Beobachtungen und Befragungen in dem Parkhaus durchgeführt. Sie haben festgestellt, dass sich circa die Hälfte der von ihnen beobachteten Personen beim Verlassen des Parkhauses für den Aufzug anstelle der Treppe entschieden haben.
Nach der Installation wird die Gruppe weitere Beobachtungen anstellen, um den Erfolg des Projekts festzustellen. „Wir hoffen natürlich, dass sich durch unsere Aufkleber mehr Leute für die Treppe entscheiden“, sagt Delaila Pohl.
Text: Caroline Kolb