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Pressemitteilung

40 Jahre gemeinsame Hochschulbibliothek

Die Kanzler der beiden Hochschulen bei der Urkundenübergabe
Von links: Henning Rudewig (Kanzler, RWU), Sebastian Ackermann (Leiter der Hochschulbibliothek Weingarten), Christian Gras (Leiter des Informationszentrums der PH Weingarten), Oliver Kohl-Frey (Kanzler, PH Weingarten)
Bildquelle:
RWU

Mit einem Festakt in der Hochschulbibliothek haben die RWU Hochschule Ravensburg-Weingarten und die Pädagogische Hochschule Weingarten das 40-jährige Bestehen ihrer gemeinsamen Bibliothek gefeiert. Die im historischen Fruchtkasten auf dem Martinsberg untergebrachte Bibliothek ist die älteste Kooperation dieser Art in Baden-Württemberg und war bei ihrer Gründung im Jahr 1986 ein bundesweites Pioniermodell.

Was heute selbstverständlich erscheint, war Mitte der 1980er Jahre ein innovativer Schritt: Die beiden Hochschulen führten ihre Bibliotheksbestände zusammen und schufen mit der Hochschulbibliothek Weingarten eine gemeinsame Einrichtung für Studium, Lehre und Forschung. Vorausgegangen waren bereits mehrere Jahre enger Zusammenarbeit. Schon Ende der 1970er Jahre konnten Studierende gegenseitig die Bibliotheken beider Hochschulen nutzen. 1980 folgte mit der Integration des Fachbereichs Sozialwesen der RWU in die Bestände der PH-Bibliothek ein weiterer Meilenstein.

Ein Ort qualitätsgeprüfter Informationen und ein Ort, an dem man einfach sein darf

„Kooperation ist unsere Stärke. Wir verbinden, was auf einem gemeinsamen Campus zusammengehört – mit einem großen gemeinsamen physischen Bestand und zwei sich ergänzenden virtuellen Beständen sowie einer Vernetzung in beide Hochschulen und darüber hinaus“, sagte Bibliotheksleiter Sebastian Ackermann. Die Bibliothek habe sich in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich weiterentwickelt – von gemeinsamen Katalogen und einer einheitlichen Aufstellung der Bestände bis hin zum Ausbau elektronischer Medien und digitaler Services. Heute sei für die Nutzerinnen und Nutzer nicht mehr erkennbar, welcher Hochschule ein Buch ursprünglich gehörte.

Auch die Digitalisierung habe die Arbeit der Bibliothek grundlegend verändert. Dennoch bleibe ihre Bedeutung ungebrochen, betonte RWU-Kanzler Henning Rudewig: „Die Bibliothek steht zwar nicht im Rampenlicht, aber sie ist eine verlässliche Struktur, die freie Wissenschaft überhaupt erst ermöglicht.“ Gerade angesichts der stetig wachsenden Informationsflut seien Orte wichtig, die Wissen zugänglich machen und wissenschaftliches Arbeiten unterstützen.

Dass Bibliotheken auch im Zeitalter künstlicher Intelligenz nichts von ihrer Relevanz verloren haben, unterstrich der Kanzler der Pädagogischen Hochschule Weingarten, Oliver Kohl-Frey. „Bibliotheken sind Orte mit besonderer Atmosphäre – Orte, an denen man einfach sein darf, ohne etwas konsumieren zu müssen, und an denen qualitätsgeprüfte Informationen verfügbar sind.“ Entgegen mancher Erwartungen steige die Nutzung von Bibliotheken weiterhin.

Entscheidend heute ist die Auswahl der Informationen

Wie sich wissenschaftliche Literaturrecherche im Laufe der Jahrhunderte verändert hat, zeigte Professor Dr. Thomas Bayer von der RWU in einem Impulsvortrag auf. Von handschriftlichen Abschriften in Klöstern bis zu digitalen Suchmaschinen und KI-gestützten Auswertungen habe sich der Zugang zu Wissen enorm beschleunigt. „Die Literaturrecherche ist einfacher, schneller und umfassender geworden – entscheidend wird heute die Auswahl der Informationen.“

Zum Abschluss des Festakts überreichte der Leiter des Informationszentrums der Pädagogischen Hochschule, Christian Gras, den beiden Kanzlern eine Urkunde zur Würdigung der 40-jährigen Zusammenarbeit.

Mit Blick auf die Zukunft arbeitet die Hochschulbibliothek bereits an weiteren Entwicklungsschritten. Geplant sind unter anderem eine neue Website, die Einführung des Bibliotheksmanagementsystems FOLIO sowie der weitere Ausbau digitaler Angebote. Gleichzeitig bleibt die Bibliothek als gemeinsamer Lern- und Begegnungsort ein zentraler Bestandteil des Campuslebens beider Hochschulen.

Text: Christoph Oldenkotte

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