Wie verändert Künstliche Intelligenz die Soziale Arbeit? Diese Frage stand beim „Tag der Praxisanleitung“ an der RWU im Mittelpunkt. In ihrem Vortrag „Künstliche Intelligenz im Sozialwesen“ sprach Anna Maria Schmid über die Chancen und Grenzen von KI sowie die Ergebnisse ihrer Doktorarbeit zu dem Thema.
Kinderschutz und KI
Die wissenschaftliche Mitarbeiterin aus der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege berichtete, dass KI im Sozialwesen in Deutschland momentan vor allem in Pilotprojekten und auf der administrativen Ebene eingesetzt wird. International sei dies bereits flächendeckender der Fall. Beim Thema Kinderschutz und KI sprach sie von der Diskussion, Risiken entweder datenbasiert vorherzusagen oder sie von Menschen fachlich einschätzen zu lassen.
„Künstliche Intelligenz ist kein Ersatz für Fachkräfte, sondern eine ergänzende Unterstützung bei bestimmten Entscheidungsschritten“, sagte Schmid. Die Maschine könne datenbasierte Prognosen liefern, das sensible Fallverstehen bleibe aber eine exklusiv menschliche Kompetenz.
Praxisdialog im Open Space
Um die Theorie mit der Praxis zu verbinden, gestalteten Anna Maria Schmid und Prof. Dr. Jörg Wendorff einen interaktiven „Open Space“. Praxisanleitende und Studierende sammelten Potenziale und Risiken von KI im Sozialwesen. In einer begleitenden Umfrage zeigten sich die Schwerpunkte, bei denen die Teilnehmenden das größte Potenzial für Entlastung sehen: in der Dokumentation und Organisation. Sie äußerten außerdem Kritik in Hinblick auf Datenschutz und Algorithmen. Diesen solle man nicht blind vertrauen.
Die anschließende Diskussion zeigte, dass die Teilnehmenden sich für den Einsatz von KI klare Vorgaben und Rahmenbedingungen von ihren Arbeitgeber*innen und der Hochschule wünschen. Das Ergebnis der Veranstaltung war eindeutig: KI wird die Soziale Arbeit verändern. Persönliche Beziehungen und Verantwortung den Menschen gegenüber bleiben trotzdem unverzichtbar.