Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation Direkt zum Fußbereich
Förderzusage

Unsichtbare Care-Arbeit sichtbar machen

Pflegekraft schiebt Rollstuhlfahrer*in
Bildquelle:
Otto Pfefferkorn, RWU

220 junge Forschende haben dieses Jahr ihre Projektideen beim Hochschulwettbewerb der Organisation „Wissenschaft im Dialog“ eingereicht. Unter den zehn Gewinnern ist auch ein Team der Hochschule Ravensburg-Weingarten (RWU): Eingereicht wurde das Projekt „PflegeZukunft2050 – Häusliche Pflege für Menschen mit Demenz und ihrer beteiligten Personen weiterentwickeln“ von Irena Schreyer, Studiengangkoordinatorin und akademische Mitarbeiterin im Studiengang Pflege. Die Gewinnerteams erhalten jeweils 10.000 Euro Preisgeld, mit dem sie ihre Ideen bis Ende des Jahres 2026 umsetzen können.

Projekt der RWU macht auf Probleme in der häuslichen Pflege aufmerksam

Im Zentrum von Schreyers Projekts stehen die Problematiken im Zusammenhang mit der Versorgung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen durch osteuropäische Haushaltshilfen (Migrant Care Worker). Ihre Idee ist ein interaktives Theaterstück, bei dem das Publikum angehalten wird, die Rollen von Migrant Care Workern, Angehörigen und Pflegefachkräften einzunehmen, um Lösungsvorschläge für die Zukunft zu sammeln und zu testen.

Die Ausgangslage bilden die Forschungsergebnisse ihrer Dissertation zu dem Thema. Durch die Übersetzung in ein Theaterstück sollen die wissenschaftlichen Erkenntnisse verständlich und emotional zugänglich kommuniziert werden. Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, gegenseitiges Verständnis und Wertschätzung zwischen Migrant Care Workern, Angehörigen und professionellen Akteur*innen aufzubauen sowie im Idealfall gemeinsam mit der Bevölkerung konkrete Zukunftsideen für kooperative, gerechte und nachhaltige Versorgungsstrukturen zu entwickeln.

Unsichtbare Care-Arbeit sichtbar machen

„Das Projekt macht unsichtbare Care-Arbeit sichtbar und zeigt an realitätsnahen Szenen Rollenunklarheiten, Kommunikationsbrüche, Koordinationsprobleme, Belastungen und Ressourcen im häuslichen Setting“, sagt Irena Schreyer.

Konkret wird es öffentlich zugängliche Aufführungen in Kulturzentren in Baden-Württemberg geben. Daraufhin erhalten das Publikum, ambulante Pflegedienste, Hausärzt*innen und Beratungsstellen die Möglichkeit, sich in moderierten Nachgesprächen und Zukunftsforen auszutauschen. 

Das Wissenschaftsjahr 2026 steht unter dem Motto „Medizin der Zukunft“. Der Wettbewerb wird in Kooperation mit dem Bundesverband Hochschulkommunikation, der Hochschulrektorenkonferenz, der Jungen Akademie sowie in diesem Jahr mit der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte ausgerichtet und wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen des Wissenschaftsjahres gefördert.

 

Text:
Caroline Kolb