In einem besonderen Praxistest hat der neue Rollenprüfstand im Kfz-Labor die bisherigen Belastungsgrenzen verschoben. Als Prüfling diente ein Kramer-Teleskoplader, an dem extreme Lastspitzen bei minimalen Geschwindigkeiten simuliert und untersucht wurden. Ziel war das Schleppen von Triebsträngen sowie das dauerhafte und sichere Führen hoher Lasten bei niedrigen Geschwindigkeiten, um präzise Rückschlüsse auf die Effizienz langsam drehender Antriebsstränge zu ermöglichen.
Zusammenspiel aus Lehre und Praxis
Die Gelegenheit für diese Härtetests lieferte die Bachelorarbeit von Elias Gründig, Maschinenbau-Student an der RWU. Er analysiert aktuell bei der Firma Kramer in Pfullendorf die Wirkungsgrade von Teleskoplader-Antriebssträngen. Die Testreihen lieferten ein klassisches Win-Win-Ergebnis, zum einen für die Hochschule und zum anderen für die Praxis. Die RWU hat nun belastbare Kennzahlen zur enormen Leistungsfähigkeit der neuen Prüfstandstechnologie. Gleichzeitig entstanden wertvolle, empirische Daten für die Abschlussarbeit von Elias Gründig zur Optimierung schwerer Antriebe.
Das technologische Highlight: Kombinierte Brems- und Antriebsleistung
Das Geheimnis der neuen Prüfstandstechnologie liegt in einer innovativen Systemkombination. Die Herausforderung dabei ist jedoch, dass konventionelle Wirbelstrombremsen bei niedrigen Rotationsgeschwindigkeiten ein systembedingtes Momentendefizit aufweisen. Die Lösung: Die Kopplung mit den prüfstandsseitig verbauten E-Maschinen. Diese kompensieren das Defizit im niedrigen Geschwindigkeitsbereich generatorisch. Erst diese Kombination ermöglicht eine extrem hohe und gleichzeitig dauerhaft fahrbare Last bei minimalem Tempo.
„Ein voller Erfolg“, resümieren Elias Gründig und Ralf Hermanutz, der das Projekt hochschulseitig begleitete. Mit dieser zuverlässigen, kombinierten Brems- und Antriebslösung existiert im Fahrzeugtechniklabor nun ein System, das auch unter laborunüblichen, extrem niedrigen Geschwindigkeiten absolut stabile Lastsimulationen gewährleistet. Dies erweitert das Anwendungsspektrum des Prüfstands deutlich und eröffnet neue Möglichkeiten für die Entwicklung, Analyse und Prüfung mittelschwerer Antriebssysteme im modernen Fahrzeugbau.