Ein Team aus Absolvent*innen der RWU hat mit einer Spiele-Entwicklung mehrere Förderzusagen erhalten. Paula Klugmann, Juliane Klugmann, Frederic Wörz und Julian Haasis haben gemeinsam das Studio Phantom Petal gegründet und ein Spielkonzept für ihr erstes eigenes Game entwickelt, das voraussichtlich Ende 2026 erscheinen soll.
Bereits während ihres Studiums fanden die vier durch ihre gemeinsame Leidenschaft für Gaming und Spieleentwicklung zusammen. „Wir haben begonnen, gemeinsam Projekte umzusetzen. Und wir haben gemerkt, dass wir sehr gut zusammenarbeiten“, sagen die Teammitglieder.
Aus dieser Zusammenarbeit entstand die gemeinsame Firma und die Idee für das erste eigene Game. Doch bis das erscheinen kann, sei noch viel zu tun – „auch abseits von Design und Programmierung“. Da kommen die verschiedenen Förderzusagen gerade recht.
Coachings und Workshops durch den Developer Boost
Zum einen ergatterte das junge Team mit Firmensitz in Aulendorf einen Platz im Developer Boost. Mit dem Developer Boost fördert das Wissenschaftsministerium BW jährlich fünf Teams mit ihren Games-Studios, die dann während eines sechsmonatigen Programms für die Gründung und Führung ihres Unternehmens fit gemacht werden.
Im Rahmen des Programms gibt es unter anderem Coachings von erfahrenen Branchenexpert*innen, darunter Mitarbeitende des internationalen Spieleunternehmens Ubisoft. Ergänzt wird das Programm durch Workshops zu Themen wie Produktentwicklung, Marketing, Gründung, Finanzen, Monetarisierung, Plattformen oder Recht und geht damit auf die spezifischen Probleme und Fragen der Teams und der Branche ein.
„Memory Cruise“ – auf einem historischen Bodensee-Dampfer
Das Spiel der vier RWU-Absolvent*innen trägt den Arbeitstitel „Memory Cruise“. Das Spielprinzip ist inspiriert vom japanischen Indie-Titel „The Exit 8“. Dort versuchen Spieler*innen, einen Ausgang zu finden, indem sie Veränderungen und Anomalien in ihrer Umgebung erkennen. Je nachdem, ob Auffälligkeiten entdeckt werden, entscheiden sie sich für den richtigen Weg – mit dem Ziel, schließlich den finalen Ausgang zu erreichen.
Während „The Exit 8“ in einer japanischen Metrostation angesiedelt ist, verlegt „Memory Cruise“ das Geschehen an den Bodensee. „Wir schicken die Spieler*innen auf ein Dampfschiff“, sagen die Teammitglieder. Das Schiff ist an die historische Säntis angelehnt, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts über Jahrzehnte auf dem Bodensee im Einsatz war.
Games BW Förderung
Die Spielidee überzeugte auch die MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg. Dadurch wurde das Studio Phantom Petal außerdem in die Games BW Förderung aufgenommen. Das Landesprogramm unterstützt Entwickler*innen innovativer Spiele sowie interaktiver Medienprojekte.
Gefördert werden Konzepte, Prototypen und Produktionen. In der zweiten Förderrunde 2025 wurden zehn Projekte mit insgesamt rund 600.000 Euro unterstützt. Darunter Phantom Petal, die 110.000 Euro für den Prototypen von „Memory Cruise“ erhielten – „ein fröhliches 3D-Suchspiel auf einem Bodenseeschiff der 1920er-Jahre, bei dem Aufmerksamkeit und Teamarbeit im Mittelpunkt stehen“, wie es in der Begründung heißt.