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Projekt "Future Science University"

Ingenieurausbildung der Zukunft: Aalborg als internationales Vorbild für projektbasiertes Lernen

"Future Science University" Projektteam besucht die Universität Aalborg

Zwischen Skizzen, Prototypen und angeregten Diskussionen entsteht eine Atmosphäre, die keinen Zweifel lässt: Hier wird intensiv gearbeitet. Willkommen im Co-Working-Space der Universität Aalborg. 

Was für manche nach Überforderung klingt, sorgt bei Prof. Theresa Breckle, unter anderem Studiendekanin des Bachelors Maschinenbau, und dem Team des Projekts „Future Science University“ (FSU) für große Begeisterung. Denn hier wird sichtbar, was die Ingenieurausbildung der Zukunft auszeichnet: Studierende, die Fachinhalte nicht nur passiv konsumieren, sondern sich diese eigeninitiativ und im Team erarbeiten.

Das Erfolgsgeheimnis: 50% Freiheit.

Seit der Gründung 1974 setzt Aalborg konsequent auf das „PBL-Modell“ (Problem-Based and Project-Oriented Learning). Das bedeutet konkret: Mindestens 50% der Vorlesungszeit sind für Projektarbeit reserviert und das für alle 20.000 Bachelor- und Masterstudierenden, vom ersten bis zum letzten Semester. In den übrigen 50% werden Inhalte in klassischen Formaten wie Vorlesungen, Seminaren oder Übungen vermittelt.

Im Rahmen eines zweitägigen Workshops blickte die FSU-Exkursionsgruppe hinter die Kulissen: 

  • Der Prozess: Studierende entwickeln eigene Projektideen oder wählen aus einem kuratierten Katalog mit Unternehmensprojekten.
  • Die Rolle der Lehrenden: Sie werden zu „Lernbegleitern“, die prüfen, ob die definierten Lernziele durch die gewählten Problemstellungen erreicht werden können.
  • Die Logik: Zunächst steht das Problem im Mittelpunkt, erst im Anschluss folgt die Analyse –Fachinhalte werden dabei konstruktiv in den Entwicklungsprozess von Lösungen transferiert.

Statt isolierte Einzelprojekte entstehen so klar eingebettete Strukturen: Technische Vorhaben, wie etwa die Entwicklung eines Formula-Student-Rennautos, wie wir es auch an der RWU kennen, sind fest im Studium verankert und organisatorisch klar eingebunden. 

Für Prof. Theresa Breckle wurde dabei deutlich: „Im Grunde arbeiten wir schon oft projektbasiert. Was uns aber noch fehlt, sind die konsequente organisatorische Einbettung und stabile Strukturen. Besonders wertvoll war für mich zu sehen, wie umfassend die Projekte bewertet werden – mit mündlichen Gruppenprüfungen, individueller Benotung und direktem Feedback, sodass alle ihre Note nachvollziehen können. Das war neben der praktischen Umsetzung mein größtes Learning aus den zwei Tagen.“

Genau hier setzt das FSU-Projekt an: Wir wollen PBL aus der Nische der „besonderen Projekte“ herausholen und als festen Bestandteil der Studiengangsstruktur verankern. Aalborg zeigt, dass starke Rahmenbedingungen den entscheidenden Unterschied machen – für bessere Ergebnisse und konsequent projektorientiertes Arbeiten.

Text:
Projektteam "Future Science University"