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Kooperation

Gemeinsam für eine moderne psychiatrische Versorgung

Drei Studentinnen aus dem Master "Angewandte Gesundheitswissenschaften" erhalten Geschenk vom ZfP Südwürttemberg nach Abschluss von gemeinsamen Kooperationsprojekt
V.l.n.r.: Denise Dietz, Christian Schmidt, Friederike Riesch, Josepha Wild und Franziska Preiß.

Drei Studentinnen der RWU haben in Kooperation mit dem Zentrum für Psychiatrie (ZfP) Südwürttemberg ein digitales Lernangebot für die Mitarbeitenden der Psychiatrie entwickelt. Denise Dietz, Friederike Riesch und Josepha Wild – alle drei sind an der RWU in dem Masterstudiengang „Angewandte Gesundheitswissenschaften“ eingeschrieben – haben sich für ihr Praxisprojekt vorgenommen, die Konzepte „FACT“ und „Recovery“ praxisnah aufzubereiten.

Nach zwei intensiven Semestern ist es nun geschafft. Das entstandene digitale Lernangebot soll den Mitarbeitenden des ZfP Südwürttemberg einen niederschwelligen Zugang zu den beiden Themen ermöglichen und so zur Stärkung der fachlichen Kompetenzen in der psychiatrischen und psychosomatischen Versorgung beitragen.

Genesung ist mehr als Symptomfreiheit

Der Recovery-Ansatz versteht Genesung nicht ausschließlich als Symptomfreiheit, sondern als individuellen Entwicklungsprozess hin zu einem selbstbestimmten, sinnstiftenden Leben trotz psychischer Erkrankung. Im Mittelpunkt stehen dabei Faktoren wie soziale Verbundenheit, Hoffnung, Identität, Sinnorientierung und Selbstbestimmung. Für Fachkräfte bedeutet dies insbesondere eine konsequente Förderung von Autonomie und Teilhabe der Patientinnen und Patienten.

Ergänzend bietet das FACT-Modell (Flexible Assertive Community Treatment) eine flexible Struktur für die langfristige ambulante Behandlung. Dabei wird die Intensität der Betreuung an den jeweiligen Bedarf angepasst: In Krisenzeiten erfolgt eine engmaschige Begleitung, während in stabileren Phasen eine reduzierte Unterstützung möglich ist. Hinzu kommt, dass die Behandlung zu großen Teilen im Lebensumfeld der Patientinnen und Patienten geschieht, dass Teams mit verschiedenen professionellen Hintergründen zusammenarbeiten und das Umfeld der Betroffenen aktiv einbezogen wird.

Lerninhalte, die direkt im Arbeitsalltag anwendbar sind

Die drei Studentinnen haben die beiden Themengebiete zunächst für die unterschiedlichen Berufsgruppen am ZfP strukturiert und diese Struktur in Interviews mit Expertinnen und Experten validiert. Schließlich wurde der Stoff didaktisch so aufbereitet, dass die Lerninhalte im Arbeitsalltag direkt anwendbar sind. Der steigenden Inanspruchnahme psychiatrischer Leistungen kann so mit modernen Versorgungsansätzen begegnet und eine patientenzentrierte Versorgung gestärkt werden.

„Die Kooperation hat beiden Seiten wertvolle Impulse gebracht: Die Studierenden konnten praxisnahe Erfahrungen sammeln, während das ZfP Südwürttemberg von frischen wissenschaftlichen Perspektiven profitiert“, betont Franziska Preiß, Projektkoordinatorin für Transformation am ZfP Südwürttemberg und wissenschaftliche Leiterin des Projekts.

Als Dank für ihr Engagement erhielten die Studentinnen eine Tasche mit praktischen ZfP-Give-Aways. „Diese Notfalltüte hilft in kritischen Momenten“, so Christian Schmidt, Leiter der Abteilung Zentrales Bildungsmanagement am ZfP Südwürttemberg, „zum Beispiel beim Schreiben der nun anstehenden Masterarbeit. Für diese finale Phase ihres Studiums wünschen wir viel Erfolg.“

Text:
ZfP / Christoph Oldenkotte