Aufbauend auf dem „FutureLunch1310“ am 08. Juli mit Prof. Dr. Christoph Ellenrieder, bei dem die Potenziale und Herausforderungen der E-Mobilität im Fokus standen, widmete sich die aktuelle Diskussionsrunde insbesondere dem Ressourceneinsatz sowie den Möglichkeiten und Herausforderungen beim Recycling der Akkus.
Zu Beginn veranschaulichte Prof. Dr. Ellenrieder anhand eines Energieeffizienz-Vergleichs zwischen einem durchschnittlichen Verbrennungsmotor (50-60 kWh pro 100 km) und einem Elektromotor (15-20 kWh pro 100 km) den deutlich höheren Wirkungsgrad von Elektrofahrzeugen. Zwar entstehen bei der Produktion von Elektroautos zunächst höhere CO₂-Emissionen als bei konventionellen Fahrzeugen, dieser Unterschied gleicht sich jedoch nach einer Fahrleistung von etwa 10.000 bis 50.000 Kilometern aus. Wird das Elektroauto ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben, verschiebt sich der Break-Even-Point sogar noch weiter nach vorne. „Langfristig gewinnt die Effizienz“, betont Prof. Dr. Christoph Ellenrieder.
Im weiteren Verlauf des „FutureLunch1310" standen die Themen Sicherheit, Ressourceneinsatz und die Zukunft nicht mehr in Fahrzeugen nutzbarer Akkus im Mittelpunkt. Als nicht mehr einsatzfähig gelten Akkus bei einer Restkapazität von 80 Prozent, wobei aktuell in Fahrzeugen verbaute Akkus deutlich langlebiger sind, als noch vor zehn Jahren angenommen. Besonders hervorzuheben ist, dass nach der Herstellung eines Elektroautos keine laufenden Ressourcen wie Benzin oder Diesel verbraucht werden, sondern die eingesetzten Rohstoffe erhalten bleiben. Sobald ein Akku für den Einsatz im Auto nicht mehr geeignet ist, kommt er ins Recycling – Metalle wie Nickel, Kobalt oder Kupfer werden bereits zu rund 90 Prozent zurückgewonnen, während der Anteil bei Lithium je nach Recyclinganlage zwischen 60 und 90 Prozent liegt. Ausgemusterte Fahrzeugakkus können zudem als Second-Use-Akkus zum Beispiel im Heimbereich oder zur Netzstabilisierung weiterverwendet werden. Mit dem Ausbau der E-Mobilität wächst auch das Potenzial, die Umweltbelastung durch den Verkehr nachhaltig zu senken. Prof. Dr. Ellenrieder betont jedoch, dass Elektroautos nicht die alleinige Lösung darstellen, sondern einen wichtigen Baustein für eine nachhaltige Zukunft bilden.
Im Anschluss diskutierten die Teilnehmenden über die optimale Nutzung und Ladebedingungen von Elektroautos im privaten Bereich. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Lithium-Recycling, den steigenden Rohstoffpreisen und den wirtschaftlichen Chancen des Akkurecyclings. Zudem wurden alternative Batterietechnologien diskutiert, die ohne Lithium auskommen. Auch die Integration von Batteriespeichern an der Hochschule fand Beachtung – insbesondere im Zusammenspiel mit großen Photovoltaikanlagen bieten Akkus die Möglichkeit, Lastspitzen effektiv zu glätten.
Semesterpause
Der „FutureLunch1310“ verabschiedet sich damit in die Semesterpause. Im Sommersemesters 2026 werden wir uns mit spannenden und zukunftsrelevanten Themen und Impulsen zurückmelden.