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Gastdozentin aus Sydney

Wie aus Abfällen wertvolle Rohstoffe werden

Dr. Samane Maroufi von der New South Wales (UNSW) Sydney hält eine Vorlesung an der RWU in Weingarten.
Die Forscherin Dr. Samane Maroufi von der UNSW Sydney hält eine Vorlesung zu nachhaltigen Werkstoffen im Maschinenbau an der RWU in Weingarten.
Bildquelle: Robert Bjekovic, RWU

Wie können Abfälle zu hochwertigen Werkstoffen werden? Und wie lässt sich die Stahlproduktion nachhaltiger gestalten? Dr. Samane Maroufi von der University of New South Wales (UNSW) Sydney gab bei ihrem Besuch an der Fakultät Maschinenbau Einblicke in ihre Forschung zu Kreislaufwirtschaft, kritischen Rohstoffen und nachhaltigen Produktionstechnologien.

Vom 19. bis 21. Oktober 2026 war Dr. Samane Maroufi an der RWU Hochschule Ravensburg-Weingarten zu Gast. Sie ist Senior Lecturer an der School of Materials Science & Engineering der UNSW Sydney und forscht am Centre for Sustainable Materials Research and Technology (SMaRT Centre). Das unter der Leitung von Scientia Professor Veena Sahajwalla stehende Forschungszentrum gilt als internationaler Vorreiter im Bereich des sogenannten „Microrecycling“. Dabei werden auch schwer verwertbare Abfälle gezielt als Ausgangsmaterial für neue Werkstoffe und Rohstoffe genutzt.

Samane Maroufis Forschung umfasst unter anderem die Hochtemperatur-Metallurgie, die Eisen- und Stahlerzeugung sowie die Rückgewinnung wertvoller Elemente aus Altbatterien, Elektroschrott und ausgedienten Magneten.

Drei Seminare zu Rohstoffen, Recycling und Stahlproduktion

Während ihres Aufenthalts in Weingarten stellte die Forscherin ihre Schwerpunkte in drei Seminaren vor. Im ersten Vortrag standen kritische Rohstoffe und belastbare Lieferketten im Mittelpunkt. Dabei ging es um ihre Bedeutung für eine nachhaltige Entwicklung und die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals).

Das zweite Seminar widmete sich der Frage, wie sich Abfallströme in höherwertige Produkte umwandeln lassen. Samane Maroufi präsentierte innovative Verfahren zur Herstellung wertvoller Materialien und erläuterte dabei insbesondere die Möglichkeiten nanostrukturierter Werkstoffe. Dabei handelt es sich um Materialien, deren Struktur gezielt im Nanometerbereich gestaltet wird, um ihre Eigenschaften beispielsweise hinsichtlich Festigkeit, elektrischer Leitfähigkeit oder Reaktivität (Fähigkeit eines Werkstoffs, mit seiner Umgebung chemisch zu reagieren) zu verbessern.

Im dritten Vortrag ging es um Technologien für eine nachhaltigere Stahlproduktion. Im Fokus standen Verfahren, bei denen aus Abfällen gewonnene Materialien konventionelle kohlenstoffbasierte Reduktionsmittel teilweise ersetzen können. Solche Ansätze sollen dazu beitragen, den Ressourcenverbrauch zu reduzieren und den Weg zu einer emissionsärmeren Stahlerzeugung zu ebnen.

Persönliche Einblicke in eine wissenschaftliche Laufbahn

Neben den Fachvorträgen nahm Samane Maroufi am Reading Club von Professor Dr. Michael Niedermeier teil. Hier stand nicht die Forschung, sondern ihr persönlicher Werdegang im Mittelpunkt. Die Forscherin stammt aus dem Iran. Sie lebt und arbeitet seit rund 15 Jahren in Sydney. In der Gesprächsrunde berichtete sie von ihrer Herkunft und Ausbildung, ihrer Promotion an der UNSW Sydney und ihrem Weg zur heutigen Position als Senior Lecturer und Forscherin am SMaRT Centre.

Dabei ordnete sie ihre Erfahrungen in den gesellschaftlichen Kontext ihrer Herkunft ein und sprach auch über die Herausforderungen, denen Frauen in einer konservativ geprägten Gesellschaft begegnen können – insbesondere auf ihrem Weg in Wissenschaft und Technik. Die Teilnehmenden erhielten so Einblicke in die Bedeutung von Bildung, Ausdauer und internationaler Mobilität für eine wissenschaftliche Laufbahn.

Nachhaltige Werkstoffe als Thema für den Maschinenbau

Alle drei Seminare stießen bei Studierenden, Mitarbeitenden und Professor*innen auf großes Interesse und boten Anlass für intensive fachliche Diskussionen. Die Themen Kreislaufwirtschaft, Ressourceneffizienz und nachhaltige Werkstoffe gewinnen auch für die Ausbildung im Maschinenbau zunehmend an Bedeutung. Die Fakultät Maschinenbau bedankt sich herzlich bei Samane Maroufi für ihren Besuch und die vielfältigen Einblicke in ihre Forschung und ihren persönlichen Werdegang.

Technik und Mobilität an der RWU

Text:
Hannes Gilch