Für sein Auslandssemester an der Karlstad Universität reiste RWU-Student Cornelius Wilnhammer in den schwedischen Winter.
„Als ich Mitte Januar in Schweden angekommen bin, musste ich mich erst einmal an die Bedingungen gewöhnen: Minusgrade und die Sonne geht schon um 16 Uhr unter.“ Nach wenigen Tagen hatte sich der Student der Gesundheitsökonomie jedoch eingelebt. Gerade über die Wohnheime kam er schnell mit anderen Studierenden in Kontakt. Ab März standen dann Ausflüge nach Lappland sowie Städtetrips nach Göteborg, Oslo und Stockholm auf dem Programm.
Erst Ausbildung, dann Studium
Nach dem Abitur absolvierte Cornelius Wilnhammer zunächst eine Ausbildung zum Pflegefachmann beim Klinikverbund Südwest Böblingen. Dabei gewann er wertvolle Einblicke in den Krankenhausalltag, erlebte aber auch die strukturellen Herausforderungen des Gesundheitswesens. „Deshalb wollte ich nach der Ausbildung noch einmal eine andere Perspektive einnehmen und das Gesundheitssystem wirtschaftlich betrachten.“
Auf der Suche nach einem Studiengang, der Gesundheit und Wirtschaft verbindet, entschied sich der Student aus dem Großraum Stuttgart für den Bachelor Gesundheitsökonomie an der RWU Hochschule Ravensburg-Weingarten. Ausschlaggebend waren neben den guten Bewertungen auch die Nähe zum Bodensee. „Wenn man das erste Mal von zu Hause weggeht, ist die RWU ein angenehmer Ort. Man findet schnell Anschluss und alles ist ein Stück weit persönlicher als in großen Universitätsstädten.“
Prozesse verbessern in der Praxis
Sein Praxissemester absolvierte er bei einem Unternehmen in Mannheim, das Krankenhäuser bundesweit bei Prozessoptimierung und der Steigerung der Wirtschaftlichkeit berät. Bereits zuvor war der Wunsch entstanden, im Anschluss ans Praxissemester noch ein Semester an einer Partnerhochschule im Ausland zu verbringen.
Nach einem Urlaub in Finnland hatte Cornelius Wilnhammer zudem Gefallen an der nordischen Mentalität gefunden. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen des International Office der RWU informierte er sich über mögliche Partnerhochschulen und entschied sich schließlich für die Karlstad Universität. Dort belegte er unter anderem Lehrveranstaltungen in BWL, VWL und Internationalem Projektmanagement – alle auf Englisch.
Lernen und Vernetzen
„Der Arbeitsaufwand war überschaubar, dadurch blieb viel Zeit, sich mit Studierenden aus ganz Europa zu vernetzen und gemeinsam etwas zu unternehmen.“ Auch eher zurückhaltenden Menschen könne er ein Auslandssemester empfehlen. Ein Buddy-Programm und eine Einführungswoche erleichterten den Einstieg. „Wann im Leben hat man sonst die Chance, so einfach irgendwo neu anzufangen? Alle kommen an und kennen erst einmal niemanden.“
Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Auf die Frage nach den Unterschieden zwischen der RWU und der Karlstad Universität nennt Cornelius Wilnhammer zunächst viele Gemeinsamkeiten: das Verhältnis auf Augenhöhe zwischen Lehrenden und Studierenden, die angenehme Atmosphäre auf dem Campus und die vergleichsweise kleinen Vorlesungsgruppen. Unterschiede gebe es vor allem im Alltag. Die Wege seien oft länger als erwartet und Bebauung weniger dicht als in Deutschland. „Gefühlt ist in Ravensburg-Weingarten mehr geboten, obwohl beide Städte ähnlich viele Einwohner haben.“ Besonders überrascht habe ihn außerdem, dass es an der Karlstad Universität keine klassische Mensa gibt. Stattdessen bringen die Studierenden ihr Essen selbst mit und wärmen es an langen Reihen von Mikrowellen auf.
Sein Fazit fällt eindeutig aus: „Das Auslandssemester war eine tolle Erfahrung und ich würde mir wünschen, dass gerade Studierende aus den Bereichen Soziales und Gesundheit diese Möglichkeit noch stärker in Betracht ziehen.“ Als nächstes steht für Cornelius Wilnhammer die Themenfindung für seine Abschlussarbeit an. Nach dem Bachelor möchte er erst einmal zurück in die Praxis. „Ein Master wäre womöglich berufsbegleitend denkbar, wenn ich die ersten Routinen im Job gefunden habe.“ Der Masterstudiengang Management im Sozial- und Gesundheitswesen an der RWU wäre für den angehenden Gesundheitsökonomen eine Option.
Fotogalerie: Cornelius Wilnhammer im Auslandssemester in Schweden