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RWU erleben

"CampusDialog" startet mit Abend zu E-Mobilität und erneuerbaren Energien

Mit dem Format CampusDialog entwickelt die RWU ihre bisherige Vortragsreihe „Mittwochseminare“ weiter. Viermal im Jahr kommen aktuelle Themen auf das Podium und werden aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Den Auftakt macht am 18. November die Veranstaltung „Alles elektrisch. Alles gut? – Ein Abend rund um Elektromobilität und erneuerbare Energien“. Gisbert Schmitz ist an der RWU für die Konzeption und Organisation der neuen Reihe zuständig. Professor Dr. Christoph Ellenrieder hat das Programm für den ersten Abend rund um die E-Mobilität entwickelt.

Christoph Oldenkotte: Warum fanden Sie es notwendig, den Mittwochseminaren ein Facelift zu verpassen?

Gisbert Schmitz: Die Mittwochseminare haben eine gute Grundlage geschaffen, um wissenschaftliche Themen an ein breiteres Publikum zu vermitteln. Mit dem CampusDialog wollen wir diesen Gedanken weiterentwickeln und den Austausch stärker in den Mittelpunkt stellen. Die Hochschule ist nicht nur ein Ort, an dem Wissen vermittelt und Forschung betrieben wird. Sie ist auch Teil der Region und kann wichtige Impulse für gesellschaftliche Entwicklungen geben.

Was ist anders beim CampusDialog?

Gisbert Schmitz: Der CampusDialog ist mehr als eine Vortragsreihe. Wir schaffen einen Raum für den direkten, wechselseitigen Austausch zwischen Hochschule und Gesellschaft. Wissenschaft trifft auf Alltag. Wirtschaft und Zivilgesellschaft kommen miteinander ins Gespräch. Neben kurzen Impulsvorträgen gibt es Diskussionen auf dem Podium und Mitmachangebote, bei denen die Besucherinnen und Besucher selbst aktiv werden können. So möchten wir komplexe Themen verständlich und lebensnah vermitteln und zugleich zeigen, woran an der RWU gearbeitet wird.

Was erhoffen Sie sich?

Gisbert Schmitz: Wir wünschen uns, dass der CampusDialog Menschen zusammenbringt, die im Alltag vielleicht nicht miteinander ins Gespräch kommen würden. Unterschiedliche Perspektiven sollen ausdrücklich Platz haben – auch dann, wenn die Beteiligten nicht einer Meinung sind. Im besten Fall nehmen die Gäste nicht nur neues Wissen mit nach Hause, sondern auch neue Fragen, Denkanstöße und Kontakte.

„Mythen überprüfen, Fakten einordnen, Herausforderungen ansprechen“

Beim Auftakt zum CampusDialog geht es um E-Mobilität und erneuerbare Energien. Der Titel lautet „Alles elektrisch. Alles gut?“. Herr Ellenrieder, ist alles gut, wenn alle elektrisch fahren?

Prof. Dr. Christoph Ellenrieder: Natürlich nicht automatisch. Die Elektromobilität bietet große Chancen, insbesondere wenn der Strom aus erneuerbaren Energien stammt. Gleichzeitig müssen wir genauer hinschauen: Wie werden die Fahrzeuge geladen? Wie leistungsfähig ist die Infrastruktur? Welche Rolle spielen Batterien, Kosten und Reichweiten? Es geht uns darum, verbreitete Mythen zu überprüfen, Fakten einzuordnen und auch die Herausforderungen offen anzusprechen. Der Titel ist deshalb bewusst als Frage formuliert. Wir wollen keine einfachen Antworten vorgeben, sondern gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern genauer hinschauen.

E-Mobilität und erneuerbare Energien sind ein weites Feld. Was konkret steht im Mittelpunkt der Diskussion?

Prof. Dr. Christoph Ellenrieder: Wir haben das Programm so zusammengestellt, dass es unterschiedliche Aspekte miteinander verbindet. In den Impulsvorträgen geht es unter anderem um verbreitete Vorurteile zur Elektromobilität, um die Kombination von E-Auto und Photovoltaik sowie um die Frage, welche Rolle Ingenieurwissen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz spielt. Außerdem stellen wir mit dem Projekt „Future Science University“ neue, projektorientierte Wege in der Ingenieurausbildung vor.

Auf dem Podium weiten wir den Blick in Richtung Praxis. Dort diskutieren wir, was Elektromobilität für den Alltag, die Arbeitswelt und die Infrastruktur bedeutet – aus Sicht der Forschung, der Feuerwehr, der Logistik und der Energieversorgung.

Danach wird es praktisch: Im E-Mobility-Labor können die Besucherinnen und Besucher beispielsweise die Hochvoltsicherheit von Elektroautos kennenlernen, sich mit Batterien beschäftigen und ausprobieren, wie viel Energie alltägliche Geräte benötigen.

Rechnen Sie auch mit Kontroversen?

Prof. Dr. Christoph Ellenrieder: Auf jeden Fall. Elektromobilität wird häufig sehr grundsätzlich diskutiert. Deshalb ist es wichtig, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen. Ein Logistikunternehmen hat andere Anforderungen als eine Privatperson, die in einer Mietwohnung lebt. Wir wollen diese unterschiedlichen Erfahrungen sichtbar machen, Argumente prüfen und einen sachlichen Austausch ermöglichen.

Was erhoffen Sie sich vom CampusDialog zur Elektromobilität?

Prof. Dr. Christoph Ellenrieder: Ich hoffe, dass die Gäste mit einem differenzierten Bild nach Hause gehen. Sie sollen verstehen, welche technischen Möglichkeiten es gibt, wo die Herausforderungen liegen und welche Fragen noch offen sind. Gleichzeitig möchten wir zeigen, dass Ingenieurwissenschaften ganz konkret mit unserem Alltag zu tun haben. Die Mitmachstationen bieten dafür einen guten Zugang. Genau darin liegt für mich auch der besondere Reiz des CampusDialogs: Wir erklären nicht nur, was wir tun, sondern kommen mit den Menschen ins Gespräch.

Hier geht's zum Programm des CampusDialog am 18. November.

Text:
Christoph Oldenkotte