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IB-Studienwoche in Ungarn

Kulturelle Entdeckungsreise

IB Exkursion Ungarn

„Unser Anspruch auf diesen Reisen ist, den Studierenden des Studiengangs 'International Business Management' (IB) sowohl auf akademisch-fachlicher, businessbezogener als auch auf kultureller Ebene Know-How und Denkanreize zu vermitteln“, erklärt Professor Dr. Eberhard Hohl. Zusammen mit Professorin Dr. Barbara Niersbach, Auslandsbeauftragte der Fakultät Technologie und Management, leitete er die Studienreise nach Ungarn.

Auf dem Programm am ersten Tag stand der Besuch der renommierten Budapest Business School (BGE), der größten Wirtschaftshochschule des Landes mit 17.000 Studierenden und seit 2005 Partnerhochschule der RWU. Die Weingartener IB-Studierenden wurden herzlich durch die BGE-Fakultätsleitung, Professorin Dr. Marianna Válóczi und Professor Dr. Csaba Moldicz, empfangen. Neben Vorlesungen über die Geschichte sowie Wirtschafts- und Europapolitik Ungarns durch die Universitätsdozenten Dr. László Bodolay und Dr. Balázs Ferkelt standen auch eine Campusführung sowie Dialoge mit ungarischen und internationalen Studierenden auf der Agenda. Die IB-Studierenden waren im Rahmen einer Lehrveranstaltung bei Dr. Judit Törok nicht nur „akademische Konsumenten“, sondern durch einen eigenen Vortrag im Team über Deutschland und Präsentationen ihrer „Heimatunternehmen“ herausgefordert. Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls sahen die Studierenden anschließend einen Dokumentarfilm mit dem Titel „Grenzfall“ und diskutierten mit dem Regisseur Péter Szalay und der Dramaturgin Dr. Ildikó Hidas ihre Eindrücke.

Budapest – eine der schönsten Städte Europas

In den folgenden Tagen erlebten die Studierenden Dr. László Bodolay in weiteren Rollen - als Mitorganisator und kompetenten Reisebegleiter der MBA-Studienwoche vor Ort. Er hatte viele Jahre in Berlin und Heidelberg gelebt und war schon etliche Male zu Gastvorlesungen über deutsch-ungarische Kommunikation an der RWU, zuletzt im Sommer 2019.

Die 1,8 Millionenmetropole Budapest ist ein Konglomerat aus den ehemaligen Städten Buda (deutsch: Ofen), Obuda (Alt-Ofen) und Pest, erläuterte László Bodolay. Die Entdeckungstour führte vom Heldenplatz zu der Budaer Burganlage und Fischerbastei am mittelalterlichen Pest vorbei ins jüdische Viertel, geprägt durch schmale Gassen, urige Bars und Cafés. In der intaktesten ungarndeutschen Stadt Ungarns, Pilisvörösvar, gab es eine Unternehmensbesichtigung bei der Möbelfabrik Bányai Butorok, die vom Eigentümer und Geschäftsführer, Péter Banyai, persönlich durchgeführt wurde. Die Kernkompetenz der Firma ist das Erstellen und Bearbeiten von hochwertigen Küchen- und Bademöbel mithilfe des Materials Corian, welches Marmor sehr ähnelt.

Unternehmensexkursion zu ZF Hungária Kft. nach Eger

Nach eineinhalbstündiger Busfahrt wurde die MBA-Studiengruppenach in Eger von Markus Schleier empfangen. Er präsentierte den Stand und die geplante Weiterentwicklung des ZF-Werks, welches er seit 2012 als Technischer Geschäftsführer leitet. Mit einer Investition von knapp 100 Millionen Euro erweiterte die ZF AG den Standort Eger im April 2018 um eine 40.000 Quadratmeter große Produktionshalle, welche in Zukunft die Produktion von 8-Gang-Automatikgetrieben für die Automobilindustrie ermöglicht. Die Begründung der Standortwahl überraschte, entgegen den Erwartungen waren hierbei „nicht alleine die geringeren Lohnkosten, sondern vielmehr das fachliche Know-How und der Bildungsstand der ungarischen Fachkräfte entscheidend“, so Markus Schleier.

Es folgte ein kulturelles Highlight in Form einer geführten Besichtigung der landesweit berühmten Burganlage von Eger, die im 13. Jahrhundert in Folge des Mongolenansturms errichtet worden war. Am Abend trafen die Studierenden Markus Schleier wieder, der das Erkundungs-Team abschließend zum Essen bei einem Glas „Egri Bikavér“ Wein (deutsch: Stierblut) im Hofbräu-Haus einlud.

Künstlerstadt Szentendre und „schwimmendes Budapest“

Bei einem Spaziergang durch die malerische Künstlerstadt Szentendre vermittelte László Bodolay mit seinem umfangreichen Wissen die Historie und die Besonderheiten der Stadt in Kombination mit einem Sprachkurs „Ungarisch zum Anfassen“. Nach Besuchen des „Museum of Micro Art“ und des berühmten „Marzipan Museums" ging es wieder zurück nach Budapest. Zuerst besuchten die Studierenden in der 1851 bis 1905 erbauten St. Stephans-Basilika ein Orgelkonzert, ehe es dann im Anschluss auf einem Schiff beim gemeinsamen Abendessen Budapest von einer anderen Seite zu erkunden gab. „Highlight der Studienreise war für mich die nächtliche Donaufahrt, bei der wir Budapest vom Wasser aus bewundern konnten“, schwärmte Mira Kaoussan, Studierende im dritten Semester des MBA-Studiengangs.

Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer und Gellért-Bad

Am Vormittag des letzten Tages stand ein Besuch bei der Deutsch-Ungarischen Industrie-und Handelskammer (DUIHK) an. Für die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft spielen derartige Institutionen eine wichtige Rolle. Dirk Wölfer, Bereichsleiter für Medien und Kommunikation der DUIHK, brachte neben aktuellen Wirtschaftsdaten den Studierenden die Aufgaben, Handlungsfelder und Herausforderungen der Handelskammer näher. Im Anschluss machten sich die Studierenden zum letzten Programmpunkt der Studienwoche auf - dem imposanten Parlamentsgebäude. Bei einer Führung lernten die Studierenden nicht nur etwas über die Geschichte des Landes, sondern konnten auch einen Blick auf die neogotischen Merkmale des 1902 fertiggestellten Gebäudes an der Donau werfen. Bevor es wieder auf die Heimreise ging, konnten die Studierenden ihren Nachmittag zur freien Verfügung nutzen. Während sich ein Teil der Gruppe zur „Großen Markthalle“ aufmachte, nutzten einige den Tag zur Entspannung in einem der vielzähligen Thermen Budapests. „Der Besuch im berühmten Gellért-Bad war mein persönliches Highlight, um im Thermalwasser die Eindrücke der Woche zu verarbeiten“, resümierte Christoph Harr, jüngster Studierender der Ungarn-Erkunder.

Text:
Peter Birkle, Prof. Dr. Eberhard Hohl, Prof. Dr. Barbara Niersbach