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Corona - Was geht

Zwischen digitaler Beratung und Fenstersprechstunde

Corona - Was geht IO

Die RWU steht auch in diesen außergewöhnlichen Tagen und Wochen nicht still. An vielen Stellen wird mit Engagement und Kreativität an neuen Lösungen gearbeitet. Mit der Reihe „Corona – Was geht“ möchten wir den Blick nicht nur auf das richten, was derzeit nicht möglich ist, sondern gerade auch auf das, was geht.

Keine Studierenden – keine Arbeit? Ganz im Gegenteil. Im International Office ist momentan eine Menge los. Denn kurz bevor sich das Coronavirus in Deutschland verbreitete, sind viele Studierenden zur „Welcome and Orientation Week“ und zum eigentlichen Semesterbeginn angereist.

Aber was tun mit all denen, für die das Abenteuer Auslandssemster nun zur Isolation geworden ist? Sollen sie zurück in ihre Heimat oder doch vor Ort bleiben? Viele der „Internationals“ sind in Weingarten geblieben – auch weil sie keine andere Wahl mehr hatten.

Persönlichere und intensivere Betreuung

„Durch die Coronakrise hat sich unser Kontakt zu unseren Studis intensiviert und er ist persönlicher geworden“, sagt Ramona Hermann, stellvertretende Leiterin des International Office (IO) und Koordinatorin für die internationalen Vollzeitstudierenden. Durch die Lage des Büros im Erdgeschoss des P-Gebäudes und mit den Fenstern zum Park hat sich eine neue Art der Kontaktmöglichkeit ergeben: Die „Fenstersprechstunde“ ermöglicht es den Mitarbeiterinnen des IO, den nötigen Sicherheitsabstand einzuhalten und dennoch den Kontakt zu den „Studis“ zu pflegen.

„Vor allem der psychologische Aspekt ist von großer Bedeutung; von der Coronakrise sind die Internationals besonders hart betroffen - der Redebedarf ist größer geworden. Deswegen versuchen wir weiterhin für sie da zu sein und ihnen mit Rat und Tat sowie mit einem stets offenen Ohr zur Seite zu stehen“, sagt Ramona Hermann.

„Es ist auch wichtig, den Ratsuchenden die geltenden Kontaktregeln zu erklären und Tipps zu geben, wo und wie sie sich in der Umgebung bewegen können, um einen Lagerkoller zu vermeiden“, sagt Barbara Wildenhain, Koordinatorin für internationale Austauschstudierende des IO. Sie seien froh darüber, dass sie jetzt Möglichkeiten haben, Unterricht per E-Learning wahrnehmen zu können.

Reger Austausch und Engagement

Die größte Gruppe der internationalen Studierenden kommt aus Indien an die RWU. Der rege Austausch mit dem Council of Indian Students (C.I.S.) hilft dabei, die vielen Fragen der Studierenden aus Indien gemeinsam mit dem IO zu beantworten.

Darüber hinaus bieten studentische Hilfskräfte zu bestimmten Zeiten einen telefonischen Service an. Diese „Peer-to-Peer-Beratung“, eine Gesprächsberatung unter Studierenden, ermöglicht es den Internationals, Kontakt aufzunehmen, sich beraten zu lassen oder einfach nur mit jemanden zu reden. „Die internationalen Studis werden von uns wöchentlich zur aktuellen Situation mit Infos, Lösungsmöglichkeiten für häufig auftretende Probleme, aufmunternden Worten und kreativen Tipps versorgt. Umgekehrt bin ich von meinen Studis positiv überrascht zu hören, wie wichtig es ihnen ist, dass es uns gut geht“, sagt Ramona Herrmann.

Aus Weingarten in die Welt

Neben den sogenannten „Incomings“, die zum Studium nach Weingarten kommen, gibt es auch die Studierenden, die aus Weingarten raus in die Welt gereist sind, um ihr Auslands- oder Praxissemester zu absolvieren.

Für sie ist unter anderem Christine Tauch, Leiterin des International Office, zuständig. Sie berichtet davon, dass Studierende ihren Aufenthalt abbrechen mussten und zurück nach Deutschland gekommen sind. „Stipendiengeber wie der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Baden-Württemberg-Stiftung, versuchen gute Lösungen im Sinne der Outgoings zu finden“, sagt Christine Tauch. Vier Studierende der RWU befinden sich noch im Ausland und wollen Ihren Aufenthalt wie geplant zu Ende bringen, wenn es die Gegebenheiten vor Ort zulassen. Hierbei ist es dem International Office wichtig, dass es nicht darum geht, Aufenthalte zwanghaft fortzuführen oder zu beenden. „Es sind komplexe Situationen, die je nach Land und Lage vor Ort eine individuelle Entscheidung erfordern.“ sagt Christine Tauch.

Lisa Bendel ist im Rahmen des Erasmus+ Programms an der „Københavns Professions Højskole“ in Dänemark und studiert dort Soziale Arbeit. In Kopenhagen zu bleiben und nicht nach Deutschland zurückzukehren, war für sie nicht leicht: „Ich wollte keine überstürzte Entscheidung treffen. Dafür war und ist mir das Erasmussemester zu viel wert“, sagt die 29-Jährige. Die Umstellung auf den Online-Unterricht war nach zwei Tagen abgeschlossen. „Es muss nun etwas umstrukturiert werden, aber alle zeigen sich flexibel und nehmen die Herausforderungen an. Ich fühle mich sowohl vom International Office der RWU sowie in Kopenhagen gut betreut“, sagt Lisa Bendel. Die Studentin freut sich darauf, weiter die Stadt zu erkunden, Spaziergänge oder Fahrradtouren zu unternehmen, sobald sich die Situation beruhigt hat.

 

News & FAQ zum Umgang mit Corona an der RWU