Direkt zum Inhalt

Inklusionstage 2022

Gemeinsam Brücken bauen

Podiumsdiskussion zum Bundesteilhabegesetz - Inklusionstage 2022 an der RWU
Klaus Peters, Egon Streicher, Reinhard Friedel und Jonas Buchhardt disktuierten mit Professor Dr. Axel Olaf Kern über ide Wirksamkeit des Bundesteilhabegesetzes für Betroffene.
Quelle:
RWU

„Wir müssen gemeinsam Brücken bauen“, sagte Jörg Urbaniak, stellvertretender Sozialdezernent des Landkreises Ravensburg, zum Ende der Podiumsdiskussion am Freitag, den 13. Mai 2022 an der Hochschule Ravensburg-Weingarten (RWU). Thema war die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG).

„Wir haben alle schon mit dem Brückenbau angefangen, die Kostenträger, die Leistungserbringer und auch die Betroffenen“, fügte Urbaniak hinzu. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Idee des BTHG verstärkt bei den Betroffenen ankomme. Das Landratsamt Ravensburg investiert mit 80 Million Euro ein Viertel des gesamten Landkreisetats für die Eingliederungshilfe und somit auch für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung.

Auch Egon Streicher, Geschäftsführer der OWB, zieht nach zwei Stunden Diskussion das Fazit: „Es ist ein großer Schritt und wirklich toll, dass Menschen begeistert sind von der Idee der Inklusionstage und Politik, Wirtschaft und wie heute hier die Hochschule bereit sind, diese zu bespielen und mit Leben zu füllen“, es habe 10 Jahre gedauert, bis INIOS (Inklusion in Oberschwaben) die bislang erreichte Akzeptanz bekam, um Menschen mit Behinderung in den Mittelpunkt zu stellen.

Barrierefreiheit ist eines der Haupthemen, um die sich Jonas Buchhardt, erster Kommunaler Behindertenbeauftragter des Landratsamtes kümmert. „Die Barrierefreiheit ist wichtig, damit Menschen mit Behinderung an Veranstaltungen wie dieser teilnehmen können und somit Teilhabe ermöglicht wird.“ Er betonte, dass „der Landkreis und die Gemeinden sich stärker mit den Haltestellen beschäftigen und diese umbauen müssen!“.

Klaus Peters wies darauf hin, dass Betroffene viel früher in Entscheidungsprozesse eingebunden werden müssen, um zum Beispiel Schriftart und Schriftfarbe von Antragsformularen, Broschüren und auf Websites barrierefrei zu gestalten. „Hier herrscht noch ziemliche Unkenntnis in Prozess- und Qualitätsmanagement, auch bei öffentlichen Einrichtungen.“

„Die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes bedeutet einen Systemwechsel, der nicht ohne Reibungsverluste und auch nicht von heute auf morgen vollzogen werden kann. An diesem Gesetz wurde zehn Jahre gearbeitet. Beabsichtigtes Ziel ist die Stärkung der Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung und deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“, sagte Professor Dr. Axel Olaf Kern, Studiendekan des berufsbegleitenden Masterstudiengangs Management im Sozial- und Gesundheitswesen, der die Podiumsdiskussion organisiert und gestaltet hat. „Somit ist es auch die Herausforderung unserer aller Haltung im Umgang mit Menschen mit Behinderung und die Klärung, welche Aufgabe wir haben, damit die Menschen in der Mitte der Gesellschaft teilhaben können“, so Kern weiter.

 

Text:
Perpetua Schmid