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TAKEV-Partnerschaft

Das Sprungbrett an die RWU

Von Izmir an die RWU - Dank der Takev-Kooperation
Quelle:
Zeynep Coşkun

Zeynep Coşkun lacht in die Kamera. „Ich dachte nur, oh mein Gott! Ich verstehe nichts, wie soll ich hier dann studieren?“ Doch Zeynep hat es geschafft. Im Sommersemester 2022 schloss sie ihr Bachelorstudium in Angewandter Psychologie an der RWU erfolgreich ab. „Ohne die TAKEV-Kooperation wäre mir das nie möglich gewesen.“

Die Studentin wächst in Izmir an der türkischen Ägäisküste auf. Dort, im Stadtteil Sahilevleri, besucht sie das TAKEV Gymnasium, eine von der Kultusministerkonferenz des Bundesministeriums für Kultur (KMK) akkreditierte Sprachdiplomschule. Hier wird neben Türkisch und Englisch auch die Deutsche Sprache und Kultur vermittelt. Mit dem Deutschen Sprachdiplom DSDII in der Tasche können sich die Abiturientinnen und Abiturienten schließlich für ein Studium an einer deutschsprachigen Hochschule bewerben. Das TAKEV-Gymnasium pflegt zahlreiche Kooperationen zu Universitäten und Hochschulen weltweit, so auch zur RWU. Circa 25 Schülerinnen und Schüler entscheiden sich jedes Jahr für ein Studium in Deutschland, so auch Zeynep.

„In dem Jahr, als ich das Abitur gemacht habe, gab es politische Unruhen“, erzählt Zeynep. Die Abiturprüfungen wurden mehrmals verschoben und die Prüfungsergebnisse bekam sie erst Ende Juli – zu diesem Zeitpunkt waren in Deutschland bereits alle Bewerbungsfristen abgelaufen. Dank der TAKEV-Partnerschaft konnte mit der RWU vereinbart werden, dass die Unterlagen nachgereicht werden können. Auch bei der Ausstellung des Visums konnte TAKEV unterstützen: Zeynep bekam einen vorreservierten Termin beim Konsulat und hielt ihr Visum innerhalb von zwei Wochen in der Hand. Und so kam Zeynep im Jahr 2018 nach Weingarten, um das Bachelorstudium in Angewandter Psychologie aufzunehmen.

Von Izmir ins Dreiländereck

„Anfänglich war es hart, ich war die einzige internationale Studierende in meinem Studiengang“, erinnert sich Zeynep. Ein neues Land, eine neue Umgebung, „das war schon ein kleiner Kulturschock für mich." Auch die deutsche Sprache brachte anfängliche Schwierigkeiten mit sich: "Das Schwäbische war schon eine kleine Herausforderung. Ich dachte nur, oh mein Gott! Ich verstehe nichts, wie soll ich dann hier studieren?" Doch sie brauchte nicht lange, um anzukommen, um sich aufgehoben zu fühlen an der RWU. „Die Hochschule ist zum Glück nicht so groß und Freundschaften konnte ich schnell knüpfen“, sagt Zeynep.

Inzwischen hat Zeynep ihr Studium erfolgreich abgeschlossen und ist somit die erste Absolventin an der RWU aus der TAKEV-Partnerschaft. Mittlerweile studiert eine weitere Studentin an der RWU, die zuvor das TAKEV Gymnasium besuchte. „Melissa hat mich zu allem gefragt, was man nicht googeln kann“, erzählt Zeynep. Und das ist genau das, was ihr so gefalle – der Netzwerkgedanke. „Es ist einfach schön, wenn man seine Erfahrungen weitergeben und anderen einen erfolgreichen Start in Deutschland ermöglichen kann.“ Wo es als nächstes hingeht, weiß sie noch nicht genau, vielleicht nach Marburg, dort hat sie sich auf einen Masterstudienplatz beworben. „Ich fand Weingarten ganz süß und die Bodenseeregion super schön, aber jetzt habe ich Lust auf eine größere Stadt“.