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Vortragsreihe zur psychischen Gesundheit startet

Psychosomatik: Beschwerden verstehen und behandeln

Vortrag zur Psychosomatik von Dr. Heike Mendelin
Quelle:
Katharina Koppenhöfer

Fast ein Drittel der Deutschen leidet im Laufe des Lebens an einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung. Somit ist eine hohe Wahrscheinlichkeit gegeben, dass wir selbst oder unsere Freunde, Bekannten, Kollegen oder Familienangehörigen betroffen sein werden. Gleichzeitig wissen wir über psychische Probleme und Erkrankungen oft weniger gut Bescheid und sprechen auch nicht gern darüber. Um dies zu ändern, findet im laufenden Semester eine Vortragsreihe zur psychischen Gesundheit statt, zu der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Professorinnen und Professoren der HRW und der PH eingeladen sind. Die fünfteilige Vortragsreihe bietet den Zuhörern die Möglichkeit, grundlegende Kenntnisse zum jeweiligen Thema sowie Recherchetipps und Hinweise zu Anlaufstellen zu erhalten.

Den ersten Vortrag hielt Dr. Heike Mendelin zum Thema „Psychosomatik: Beschwerden verstehen und behandeln“. Die Referentin ist psychologische Psychotherapeutin und führt eine eigene Praxis in Ravensburg.

Sorgen können Muskelverspannungen verursachen

Die Psychosomatik beschäftigt sich mit der Wechselwirkung zwischen Körper und Geist. Wie können zum Beispiel körperliche Erkrankungen unsere Psyche beeinflussen? Und wie können soziale Kontakte und positive oder negative Ereignisse Einfluss auf Schmerzen haben? „Es gibt nicht die eine Ursache“, erklärt Mendelin. „Die Symptome, die Sie spüren, sind nicht zufällig und willkürlich, sondern wollen Ihnen etwas sagen.“ So können Sorgen oder Stress Muskelverspannungen und Kopfweh verursachen. Der Körper signalisiert, dass er Entspannung und Ruhe benötigt. „Psychische Anspannung, die nicht abgebaut wird, kann sich dann körperlich äußern“, so die Referentin. Es sei jedoch wichtig, vor dem Beginn einer Psychotherapie die körperlichen Beschwerden von einem Arzt abklären zu lassen. So können zum Beispiel auch ein Eisenmangel oder eine Störung der Schilddrüse die Ursache für Antriebslosigkeit und Stimmungstiefs sein, erklärt die Therapeutin. Generell wird für eine psychosomatische Behandlung keine Überweisung vom Hausarzt benötigt. Die Psychotherapeutin oder der Psychotherapeut kann selbst ausgewählt werden und unterliegt der Schweigepflicht. „Viele Menschen sprechen auch nicht mit ihrer eigenen Familie darüber, wenn sie eine Psychotherapie machen“, sagt Mendelin. Inwiefern Patienten öffentlich über ihre Behandlung sprechen, sei vor allem davon abhängig, wie das soziale Umfeld auf die Erkrankung reagiert und ob dem Patienten Unterstützung und Verständnis entgegen gebracht werden. Psychische Erkrankungen gelten häufig noch immer als Tabuthema in unserer Gesellschaft.

Information ist Prävention

„Mit dieser Vortragsreihe im Rahmen der Gesundheitsförderung möchten wir das Thema psychische Beschwerden enttabuisieren und darüber informieren. Je besser wir Bescheid wissen, desto eher können wir uns helfen lassen, und vielleicht einen Gang runterschalten, bevor es zur Überlastung kommt “, so Christine Reudanik, Referentin für Personalentwicklung an der Hochschule Ravensburg-Weingarten. Dass Information und Prävention zusammengehören, unterstreicht auch die Referentin: „Dass Sie heute hier sind, ist ein Teil der Prävention. Sie machen sich Ihre Risikofaktoren eher bewusst und können gezielt und frühzeitig gegensteuern“, so Mendelin. Wie man mit Stress richtig umgeht, wird sie in einem der folgenden Vorträge erklären.

Der nächste Vortrag findet am 6. Mai statt. Professorin Dr. Silvia Queri wird zum Thema „Depressionen erkennen und behandeln“ referieren. Die Teilnahme an den Vorträgen gilt als Arbeitszeit. Die Vorträge finden jeweils montags von 14 bis 15:30 Uhr im Raum H 039 statt. Es sind noch einige Plätze frei. Interessierte können sich im QM-Portal dazu anmelden.

Text:
Christine Reudanik/Katharina Koppenhöfer