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Projektleitung:

Prof. Dr. rer. cur. Maik H.-J. Winter

Projektteam:

Barbara Weber-Fiori M.A.

Projektbeschreibung

Inkontinenz stellt ein komplexes Pflegephänomen dar, das für Betroffene unter anderem oftmals mit unangenehmen Emotionen sowie Auswirkungen auf die soziale und alltagspraktische Lebensführung verbunden ist. Inkontinenz gilt in der pflegerischen Versorgung bisher als noch nicht ausreichend und adäquat adressiert. Das Projekt SensOdor greift dieses Defizit. Projektziel ist die Entwicklung eines differenziert einsetzbaren Sensorsystems für Körpergeruch, das über passende Schnittstellen konfiguriert werden kann. Innovativ und für die Betroffenen eine wesentliche Erleichterung ist dabei der Ansatz, die Sensorik nicht im Schambereich einzusetzen, sondern Inkontinenzereignisse auch noch in geringer Entfernung vom Körper zu erkennen. Das System soll sowohl in stationären als auch ambulanten Pflegesettings erprobt und evaluiert werden. Der Geruchssensor dient dabei als Früherkennungsmaßnahme für Inkontinenzereignisse, um durch zeitlich passgenaue Maßnahmen Inklusion und Teilhabe am sozialen Leben sicherzustellen und zu erhalten. Im stationären Setting soll der Geruchssensor die Versorgung der von Harn- und/ oder Stuhlinkontinenz Betroffenen optimieren, indem Pflegende sehr zeitnah an ein den unwillkürlichen Harn-/ bzw. Stuhlabgang Unterstützung anbieten können. Ziel ist es, zu eruieren, auf welche Weise die unterstützende Technik entsprechend der in der Versorgung praktizierten und bewährten Routinen der beruflich Pflegenden, Angehörigen und Ehrenamtlichen eingepasst werden können, um die Versorgung von Personen mit Inkontinenz erleichtern, verbessern sowie wirtschaftlicher gestalten zu können. Um eine möglichst am Bedarf orientierte Entwicklung gewährleisten zu können, werden frühzeitig und kontinuierlich die Bedürfnisse von Betroffenen, Pflegenden, Angehörigen und ehrenamtlich Unterstützenden erhoben und das Nutzungsverhalten entwicklungsbegleitend analysiert.

Teilvorhaben GeppV

Die Arbeiten der RWU innerhalb des Konsortiums zielten darauf ab, die Rahmenbedingungen sowie die nutzerinnen- und nutzerseitigen Anforderungen für den Einsatz des Geruchssensors, fokussiert auf die Beteiligung professioneller Pflege, zu erforschen. Der Forschungsbeitrag konzentriert sich zum einen auf pflegebedürftige Menschen, die durch professionell Pflegende in der eigenen Häuslichkeit unterstützt wurden (ambulante Pflege) und zum anderen in stationären Einrichtungen leben. Ziel ist es, die Bedarfe, Einstellungen und Haltungen der Beteiligten (Pflegebedürftige, Pflegende) in beiden Settings zu ermitteln sowie die spezifischen Anforderungen an den Sensor zu ergründen sowie darüber hinaus zu untersuchen, welche Konsequenzen die Nutzung des Gerätes für die Konzeption der pflegerischen Arbeit in der ambulanten bzw. stationären Pflege mit sich bringen würde. Weiterhin sollen primär qualifikationsbezogene Faktoren ermittelt werden, die Einfluss auf die Akzeptanz der technischen Neuerung ausüben. Darüber hinaus sollen Chancen, Risiken, Konsequenzen und Akzeptanz der Nutzung des Sensorsystems durch professionell Pflegende in der ambulanten und stationären Versorgung untersucht werden.

Die Durchführung des Projektes SensOdor und des Teilvorhabens GeppV mit den verbundenen Erhebungsschritten (Fokusgruppen mit und schriftliche Befragungen von Mitarbeitenden, Feldtests) wurde vorab durch die Ethikkommission des Trägers der teilnehmenden Einrichtungen geprüft und genehmigt.