Direkt zum Inhalt

Pflegerische Versorgung in Baden-Württemberg von morgen: sicher, flächendeckend, kompetent!?

Projektleitung RWU:

Prof. Dr. rer. cur. Maik H.-J. Winter

Projektteam RWU:

Dorothea Reichert MscN, geb. Weber (ehem.)

Projektbeschreibung

Die Hochschulen Esslingen und Ravensburg-Weingarten realisierten gemeinsam das Forschungsprojekt „Pflegerische Versorgung in Baden-Württemberg von Morgen: Sicher, flächendeckend, kompetent!?“ im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung (Aktionsprogramm Senioren). Im Rahmen des Forschungsprojekts wurden die beiden neuen Pflegeausbildungsformen (generalistische sowie akademische Pflegeausbildung) auf ihre Passung mit dem Arbeitsmarkt untersucht. Der Fokus lag dabei prospektiv auf dem beruflichen Verbleib, der beruflichen Weiterentwicklung und den beruflichen Positionen der ersten Absolventinnen und Absolventen.

Insgesamt konnte ein weiterhin hoher quantitativer Personalbedarf bzw. ein sich abzeichnender Personalnotstand in der Pflege nachgewiesen werden. Gleichzeitig kommt es in der pflegerischen Versorgung zu wachsenden Anforderungen. Vor diesem Hintergrund sind die Berufsaussichten der Absolventinnen und Absolventen mit einer generalistischen Ausbildung bzw. einem ausbildungsintegrierenden Pflegestudium grundsätzlich günstig. Zudem scheinen die neuen Ausbildungsformen in weiten Teilen kompatibel zu dem sich wandelnden Berufsprofil der Pflege.

Allerdings zeigt sich im Hinblick auf die akademisch qualifizierten Fachkräfte, dass sie weniger gut in die bestehenden Strukturen der Pflege zu integrieren sind. Ihre pflegepraktischen Fertigkeiten werden seitens potenzieller Arbeitgeber kritisch hinterfragt. Vice versa schätzen sich die Absolventinnen und Absolventen selbst als gut ausgebildet und gerade für pflegepraktische Tätigkeiten als gut geeignet ein. Sie präferieren eine patientennahe Tätigkeit – jedoch mit ausgewiesenen Kompetenzbereichen. Damit der Akademisierungsprozess auch in der Pflegepraxis ankommt, sind zeitnah entsprechende Einsatzfelder in der direkten pflegerischen Versorgung zu identifizieren und strukturell zu verankern.

Vor allem die Altenpflege profitiert bislang auffällig wenig von den neuen Ausbildungsformen und hat mit deutlichen Attraktivitätsproblemen zu kämpfen. Demnach spielt dieser Pflegesektor für die Absolventinnen und Absolventen beider neuen Ausbildungsformen eine untergeordnete Rolle bei der Verwirklichung ihrer beruflichen Pläne und Ziele. Vor allem mit Blick auf die geplante flächendeckende Einführung der generalistischen Pflegeausbildung und den sich mit ihr verbindenden breiteren Beschäftigungsoptionen ihrer Absolventinnen und Absolventen, könnte die mangelnde Attraktivität von beruflichen Handlungsfeldern der Altenpflege die aktuell bestehende Personalknappheit zukünftig noch weiter verschärfen. Dies kann bereits bei der Gewinnung von geeigneten Auszubildenden spürbar werden.

Projektpartner

Logo der Hochschule Esslingen Hochschule Esslingen