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Pressemitteilung

RWU befragt Studierende zum Corona-Semester

Studentin im Homeoffice

Weingarten – Das zurückliegende Corona-Semester hat die Hochschulen fast täglich vor neue Herausforderungen gestellt. Um daraus zu lernen und die richtigen Schlüsse für das bevorstehende Wintersemester zu ziehen, fragte die Hochschule Ravensburg-Weingarten (RWU) ihre Studierenden nach deren Erfahrungen. Denn auch das kommende Semester wird über weite Teile ein digitales Semester werden.

„Die enge Betreuung unserer Studierenden zeichnet uns aus“, sagt Professor Dr. Sebastian Mauser, Prorektor für Studium, Lehre und Qualitätsmanagement. „Die Verlagerung von Präsenzveranstaltungen in Online-Formate hat darauf natürlich Auswirkungen. Und wir müssen im Dialog mit unseren Studierenden schauen, wie wir das bestmöglich hinkriegen.“

Im Juli verschickte die Hochschule Fragebögen an alle 3.600 Studierende. 852 kamen ausgefüllt zurück – eine hohe Rücklaufquote. „Es gab offensichtlich ein großes Bedürfnis der Studierenden, ihre Erfahrungen, Lob und Kritik mitzuteilen, aber auch Vorschläge zu machen“, sagt Sebastian Mauser.

Lob für die Kommunikation – Abstriche in der Lehre

Gut bewertet wird die Krisenkommunikation der Hochschule. Rund drei Viertel der Befragten fühlten sich von der Hochschulleitung über die Entwicklungen und Veränderungen im Zuge der Pandemie informiert.

Die Auswirkungen der Corona-Situation auf die Lehre wurden weniger eindeutig bewertet. Zwei Drittel der Befragten geben an, die Dozierenden würden die digitalen Plattformen und andere Angebote für die Lehre in einem angemessenen Umfang einsetzen. Dennoch wirken sich die Online-Veranstaltungen in den Augen der Studierenden negativ auf die Vermittlung von Lehrinhalten aus. Rund 60 Prozent geben an, die Lehre habe sich durch die aktuelle Situation eher verschlechtert. Als Gründe werden die erschwerte Erreichbarkeit von Lehrenden und die reduzierte persönliche Betreuung der Studierenden genannt.

„Das sind Zahlen, die uns klar sagen: Wir müssen weiter an uns arbeiten, auch wenn es wenig überrascht, dass die Präsenzlehre dem Online-Studium vorgezogen wird“, sagt Sebastian Mauser. Die Online-Lehre sei gerade für Hochschulen für angewandte Wissenschaften eine Herausforderung. „Bei uns liegt der Schwerpunkt auf dem praktischen Arbeiten in Gruppen, in Laboren und mit Menschen. Das lässt sich nicht ersetzen.“

Mehr Flexibilität durch Online-Studium

Im Vergleich zur Präsenzlehre bewerten etwa zwei Drittel der Studierenden den Zeitaufwand der Online-Lehre als höher. Als Gründe dafür werden unter anderem das verkürzte Semester und fehlende Tutorien angegeben. „Solche unterstützenden Angebote werden im Wintersemester wieder mehr stattfinden“, sagt Sebastian Mauser.

Die Umfrage zeigt aber auch: Was als Krisenlösung begann, hält für viele Studierende Chancen bereit. Vor allem die zeitliche Flexibilität, etwa durch aufgezeichnete Vorlesungen, wurde als bereichernd empfunden. Davon profitieren besonders Studierende mit Kindern.

Offenheit als Prinzip

Einen offenen Umgang mit der Situation und auch den Schwierigkeiten sei man den Studierenden schuldig, „Die Herausforderungen durch die Pandemie werden uns weiter beschäftigen, vor allem in der Lehre“, sagt Sebastian Mauser, der als Professor Software-Engineering an der RWU unterrichtet. „Wichtig ist, dass wir diese Aufgabe gemeinsam annehmen, aus den bisherigen Erfahrungen lernen und im Idealfall sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen.“

Text: Michael Pfeiffer