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International Business Management

Workshop „Agile Arbeitswelt und Organisation“

International Business Management: Workshop Agile Arbeitswelt und Organisation mit Jean-Pierre Berchez

Immer mehr Unternehmen richten ihre Organisation und Arbeitskultur nach agilen Prinzipien aus, um auf den digitalen Wandel adäquat zu reagieren. Das weltweit am häufigsten eingesetzte Konzept und Instrument, um Unternehmen beweglicher zu machen, ist Scrum. Der dem Rugby entlehnte Begriff bedeutet „Gedränge“. Im übertragenen Sinn liegt der Akzent auf Interaktion und Kooperation, auf der Selbstorganisation eines Teams.

Agilität, also die Fähigkeit, auf Veränderungen im globalen Marktgeschehen rasch zu reagieren, wird zu einer Schlüsselkompetenz erfolgreicher Unternehmen. Agile Vorgehensmodelle wie Scrum revolutionieren die Produktentwicklung und das Projektmanagement nachhaltig. Die Vorteile eines agilen oder Scrum-basierten Produkt- bzw. Projektmanagements sind: Hohe Transparenz, ein besserer Überblick für alle Projektbeteiligten sowie verkürzte Time-to-Market-Lieferungen. Funktionsfähige Ergebnisse liegen Markt und Kunden in kurzen Abständen vor, Produktinnovation wird dialogisch und konsensorientiert mit Effizienzgesichtspunkten verbunden. Basierend auf dem „Feedback“ des Marktes können Scrum-Teams schnell, effizient und innovativ aufbauen, beispielsweise durch verschiedenartigen Sprints.

Im Rahmen eines Wochenend-Workshops des berufsbegleitenden MBA-Studiengangs „International Business Management“ (IB) hatten 25 Studierende die besondere Gelegenheit, Scrum als agiles Prozessrahmenwerk und Methode für die Entwicklung komplexer Produkte kennenzulernen und praktisch in heterogenen Teams zu erproben. Dieses Workshopformat wurde an der RWU erstmal 2017 realisiert. Professor Dr. Eberhard Hohl, verantwortlich für die Module Managementkonzepte, -systeme und Leadership verbindet eine langjährige Kooperation mit Jean-Pierre Berchez, der als einer der Pioniere der Agilen Produktentwicklung in Deutschland gilt. Er hat bereits in den 90er Jahre mit den Erfindern von Scrum, den US-Amerikanern Dr. Jeff Sutherland und Ken Schwaber zusammengearbeitet. Heute leitet Berchez das Beraternetzwerk „Scrum-Events“, organisiert die deutsche Anwenderkonferenz „Scrum-Day“ und arbeitet als Scrum-Trainer und -Coach in namhaften Unternehmen.

"Eines der Highlights in diesem Semester"

Berchez gelang es von Beginn an, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktiv in Übungen und Rollenspielen einzubeziehen und Scrum erlebbar zu machen. In fünf Scrum-Teams lernten sie die Scrum-Theorie, die Elemente des Rahmenwerks mit den Rollen, Artefakten und Ereignissen am praktischen Fall auf motivierende Weise kennen. Die Studierenden konnten hierbei aktiv eine Produktentwicklung von der Produktvision bis hin zum Produktcontrolling und der Langfristplanung am Praxisbeispiel "Entwicklung einer App" simulieren und präsentieren. Die Präsentation der Produktentwicklung erfolgte durch die jeweiligen Entwicklungs-Teams „auf der Bühne“ und vor der Jury - bestehend aus Jean-Pierre Berchez und Eberhard Hohl. Auf 5-Minuten-Pitches folgten 3-Minuten-Fragerunden und das anschließende Feedback durch die Juroren.

Zusätzlich zu diesen praxistauglichen Workshoperfahrungen erhalten die MBA-Studierenden im Anschluss die „exklusive“ Gelegenheit, ihr neu erworbenes Wissen mit einer Scrum-Master-Zertifizierung abzuschließen. Hierbei handelt es sich um eine 60-minütige Prüfung in englischer Sprache, die online durchgeführt wird.

Die Abschlussdiskussion zeigte, dass der Erfolg der Methode „Scrum“ darin besteht, die Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Entwicklungsteams anhand des „Agilen Manifests“ zu fördern. In mehrfachen Wiederholungen wird die Organisation inkrementell, d.h. schrittweise verändert. Dabei wurde deutlich, dass Scrum auch den Wandel zu einer agilen Führungs- und Unternehmenskultur positiv beeinflussen kann – durch aktive Einbeziehung, hohe Motivation und Identifikation der Akteure.

"Das Wochenende war eines der Highlights in diesem Semester", so Jan Bolender. "Mit seinem Expertenwissen und durch die praxisnahe Vermittlung hat uns Jean-Pierre Berchez einen tiefen Einblick in die Welt von Scrum verschafft. Es war wirklich spannend zu sehen, was Scrum für eine positive Wirkung in der täglichen Arbeitswelt haben kann – und das in ganz unterschiedlichen Berufszweigen. Das waren zwei inspirierende Tage."

 

Text:
Professor Dr. Eberhard Hohl