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Kinderuni Ravensburg-Weingarten

Hey Siri, wie geht es dir?

Kinderuni
Quelle:
Franziska Baar

Prof. Dr. Thomas Bayer ist Professor für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Ravensburg-Weingarten. Zur Kinderuni hat er seine Tochter Caro mitgebracht – die Zehnjährige unterstützte ihren Vater als Assistentin. Um Assistenten ging es auch bei Bayers Vorlesung, allerdings sprach er über digitale Assistenten. Diese können sich auf kleinen tragbaren Computern befinden oder auch auf dem Smartphone. Bekannteste Beispiele: Siri und Alexa. Die Hardware der digitalen Assistenten ist dabei nicht so wichtig, Bayer hatte zur Veranschaulichung das Innere eines solchen Gerätes mitgebracht – eine unspektakuläre Platine. „Die Hardware kann nicht wirklich viel“, sagte er. Der Trick läge in der Cloud, an die der digitale Assistent die Sprachbefehle schickt, sobald er seinen Namen hört, wie etwa „Alexa“. Das bedeutet, dass das integrierte Mikrophon, das vom Nutzer gesprochenen Worten zwar ständig mithört, der Assistent jedoch erst dann Befehle aufnimmt, sobald er seinen Namen versteht. Die Anweisungen werden dann aufgezeichnet, in die Cloud geschickt und ausgeführt, sodass von Siri, Alexa oder anderen Assistenten dann die – hoffentlich passende – Antwort kommt.

Zum Katzenfüttern eignen sich Siri und Alexa noch nicht

Miteinander sprechen, das können die digitalen Assistenten noch nicht. Die künstliche Intelligenz reiche noch nicht für natürliche Dialoge. Alexa und Siri würden also selbst ohne Aufsicht keine Partys miteinander veranstalten. Und auch fürs Katzenfüttern eignen sich die digitalen Assistenten noch nicht, erklärt Bayer. Denn künstliche Intelligenz sei immer nur Spartenwissen. „Ein Schachcomputer kann Großmeister im Schach schlagen, aber er kann keine Verkehrszeichen lesen“, fügt der Informatik-Experte hinzu.

Zum Schluss gab es noch eine kleine Aufgabe: Die jungen Studierenden sahen sich den sogenannten Turing-Test an. Sie bekamen einen Chatverlauf vorgelegt, bei dem zumindest einer der Chat-Partner ein Mensch ist. Die Frage war nun, ob der andere Chat-Partner ein Mensch oder ein Computer ist. Ist die künstliche Intelligenz also schon so gut, dass man sie nicht mehr von der menschlichen unterscheiden kann? Die Kinder rieten richtig: Der Chat-Partner im Beispiel war eine Maschine. Die Antworten waren teils verräterisch unpassend. Den Turing-Test hat die Maschine also nicht bestanden, sie wurde entlarvt.

 

Info:
An der Kinder-Uni Ravensburg-Weingarten, einem Projekt der Städte und ihrer Hochschulen, können 100 Kinder zwischen 9 und 12 Jahren mitmachen. Das Studienjahr der Kinder-Uni beginnt jeweils im Oktober. Die Vorlesungen finden in Hörsälen der Hochschulen in Weingarten und Ravensburg statt und dauern ungefähr 45 Minuten. Eine vorige Anmeldung zum Studienjahr ist notwendig.
Näheres auf www.kinderuni-ravensburg-weingarten.de.

Text:
Franziska Baar